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Tansania

Afrika pur!

Tag 48 – 22.08.2009 – Samstag –Kenia nach Tansania – Nairobi nach Arusha

Morgens etwas Regen, dann kommt eine lange Strecke, die gerade Baustelle ist, beim Anblick flippe ich fast aus: glitschige, große Steine, alles nasser Lehm, ich kippe auf alle Seiten, mir reichts total, das ist mir irgendwie zu gefährlich, hinter mir natürlich LKWs und Autos, alle haben aus einer Spur schon 3 gemacht, ich bin ein Riesenhindernis! Genau das brauche ich natürlich, durchgeknallte Minibusfahrer im Genick, die ganz dringend sofort vorbei wollen. Da beschließe ich, dass es reicht, ich blinke, stehe eigentlich mittig auf der Straße und rühre mich keinen cm mehr. Erst einiges Erstaunen hinter mir dann teilen sich aber die 3 Spuren in 2 auf, die eine fährt links neben mir vorbei, die andere rechts. Ich blende noch auf und dann entspanne ich einfach.

Christian wird schon merken, dass ich hier nicht mehr weiter mag. Nach einiger Zeit kommt er dann auch zurück, sein Motorrad hat er weiter vorne stehen gelassen. Und dann fragt er noch, was denn los sei!!! Ich übergebe ihm das Motorrad und gehe los, er fährt es mir dann Gott sei Dank bis zu seinem Motorrad vor. Ich steige dann doch wieder auf, so kommen wir ja niemals vorwärts. Und irgendwie geht es dann auch, wenn auch wirklich nicht gut!

Dann schöne Fahrt, bei Ausreise wollen die an der Grenze wieder 20 Dollar Straßenbenutzungsgebühr, Christian sagt, wir haben das schon bezahlt und schlussendlich lassen die uns ziehen (wir haben die schon bei Einreise nicht bezahlt, Christian hat gesagt, wir hätten da nichts passendes an Geld)

Das Tansaniavisum kostet dann stolze 50 Dollar pro Mann und Nase. Im Norden Tansanias ist es sehr wüstig, ein richtiger Sandsturm zieht auf. Aber auch hier ist die Landschaft sehr interessant, ganz anders als wir das erwartet haben. Bei einer Polizeikontrolle werden wir aufgehalten, die Polizisten sind ausnehmend freundlich. Ganz Stolz präsentieren sie uns Ihre am Wegesrand stehenden blitzsauberen 750 er Yamahas. Der eine langt mir dann noch an die Jacke und drückt am Oberarm. Die macht ja von der Stärke ein bisschen was her. Er drückt aber dann lange leer durch und sagt: Oh, da ist ja gar nichts!, wahrscheinlich hat er ein riesiges Muskelpaket erwartet. Es waren schon 2 lustige Gesellen!

In Arusha finden wir ein nettes Hotel, gutes Abendessen, Ente und Steak, beides äußerst lecker (aber mittlerweile kann es aber gar nicht mehr so gut sein, dass es einen Wurstsalat ersetzen würde). Arusha ist eine afrikanische Großstadt wie viele andere auch, trotzdem hat es hier eine freundliche Atmosphäre und man merkt schon, dass es hier geldige Geschäftsleute gibt, eigentlich ist alles recht schön angelegt.

Tag 49 – 23.08.2009 – Sonntag –Tansania –Arusha nach???

Rätsel: Wir fahren am Tag 340km, sind aber abends nur 100km vom Ausgangspunkt entfernt? Was ist passiert?

Wir haben uns 10 mal an verschiedensten Stellen erkundigt, wie die direkte Straße von Arusha nach Dodoma ist, geteert, ja oder nein? Ja!

Wir fahren also frohgemut los, es ist auch eine totale Traumstrecke, wieder mal, wie solle es anders sein, Afrika pur! Wir sind total begeistert!

Zwischendrin kommt mir, wie schon des Öfteren auf der Reise, der Gedanke, das es einfach phantastisch ist, dass ich jetzt hier mit dem eigenen Motorrad aus Deutschland angereist bin und hier in Tansania durch die Gegend brause und, tatsächlich! winkt mir ein wunderschöner Masai zu. Es ist so schön, dass mir eine alte Idee, nämlich die, irgendwo in Afrika eine Lodge zu bauen, wieder in den Sinn kommt. Wenn irgendwo dann hier, hier ist es soooo schön! Da träume ich also so vor mich hin….

Da plötzlich, nach ca. 120 km dann ein Straßenschild, mein erster Gedanke „Jahaggodsaggl, was ist denn jetzt schon wieder los?“ Und dann lese ich die grausame Zahl 86km, und zwar Piste! Wir fragen näher nach, wir können es kaum glauben, aber alle hier bestätigen uns, dass es nicht nur die 86 km sondern 300 km bis nach Dodoma Piste sind und die restlichen 300 km bis zum Anschluss an die Südstrecke auch wieder Piste sind, also kurz gesagt: 600 km Sand, Steine, Schlamm, Felsen! Darauf haben wir ja definitiv null Bock und so schlägt Christian vor, dass wir wieder nach Arusha zurückfahren und dann weiter nach Moshi. Da bin ich schnell dabei und die Strecke war ja eh recht schön und zurück zu sieht auch alles anders aus, vielleicht geht ja noch ein gutes Foto her!

Ca. 5 Stunden nachdem wir Arusha verlassen haben, waren wir dann also wieder da! Weiter nach Moshi, die Fahrt ist auch wunderbar, 100% Afrika! Und dazwischendrin taucht er auf: Juhu, wir haben den Kilimanjaro gesehen, zwar nur die unteren 200m, die ca. 5,7km darüber sind dick in Wolken verpackt, aber immerhin…..
Auf ein Foto geht das nicht drauf, da Foto wäre sehr erklärungsbedürftig!

Wir finden auch gleich im ersten Hotel, das Christian im GPS findet, Unterkunft. „Kilimanjaro Bristol Cottages“, recht nett.
Da treffen wir dann noch ein paar Österreicher, die haben versucht, auf den Kilimanjaro zu kommen, einer hat es geschafft, dem anderen ist die Luft ausgegangen, 2 nette Typen.

Tag 50 – 24.08.2009 – Montag –Tansania –Moshi nach Morogoro>

Ja , wo ist er denn??? Auch heute lässt sich der Berg nicht sehen! Ja, dann eben nicht, jetzt hätte er schon die Chance gehabt, sich uns zu zeigen…

Weiter geht es durch schönste Landschaft, Sisalplantagen, allerschönstes Afrika! Viele Baobabs, einfach nur phantastisch. Der ganze Tag wunderbar!

Abends dann nach ca. 600km Fahrt Ankunft in Morogoro: die Hotellerie hätte da qualitätsmäßig noch einige Luft nach oben. Die erste Unterkunft fällt gleich aus, eine Bruchbude, die zweite weckt durch das unfreundliche Personal (ich habe die an der Rezeption scheinbar gerade aufgeweckt…) und die doch recht schleissigen Zimmer auch keine heimeligen Gefühle und so fahren wir weiter zum „Golf Hotel Morogoro“.

Keine falschen Vorstellungen bitte, auch diese Unterkunft entspricht nicht wirklich dem, was man sich unter einem Golfhotel vorstellt, wir nehmen es dann aber für 60 Dollar pro Nacht incl. Frühstück. An der Rezeption wollen die einem ein bisschen bescheißen, sollte also mal jemand da sein, Vorsicht!! Ansonsten ist es aber schon recht nett, das Abendessen (2mal Pfeffersteak mit Beilagen) schmeckt einfach köstlich. Und dazu 2 Kilimanjaro-Bierchen, super!

Tag 51 – 25.08.2009 – Dienstag –Tansania –Morogoro - Iringa

Das Hotel ist von Bergen umzingelt, die Lichtstimmung ändert sich ständig, toll! Auch heute wieder Afrika pur.

Die Fahrt geht heute durch den einzig mir bekannten Nationalpark Afrikas, durch den man mit dem Motorrad fahren darf. Ich denke mir noch, das wird dann ja wohl auch seinen Grund haben, keine Tiere, keine Gefahr! Wir fahren rein und schon nach kurzer Zeit sehen wir Paviane, Zebras, Gazellen, Impalas und so weiter. Kaum zu glauben.

Dann geht es ein bisschen „tierleer“ weiter bis Christian stoppt. Direkt neben ihm an der Straße stehen Elefanten, eine kleine Familie, der große stellt sofort die Ohren auf, der droht gleich weil die auch einen kleinen Elefanten dabei haben. Flucht oder Foto? Wir entscheiden uns, nochmal umzudrehen und doch ein Foto zu machen, wann hat man den so etwas schon? Super genial, ich möchte dann eigentlich noch etwas abwarten, ob er nicht doch…, Christian möchte aber lieber weiterfahren, was sicher auch vernünftiger ist. Dann sehen wir noch viele Giraffen, Gnus und…. Also das ist schon ein Erlebnis, so ohne Zaun, auf dem Motorrad!

Nach dem Nationalpark finden wir eine Schweizer Lodge mit Restaurant, da gehen wir auf der Suche nach was Heimischem zum Essen gleich rein. Das ist hier wirklich ganz nett und liebevoll eingerichtet. Ich bestelle erstmal die Lemon-Pfannkuchen und warte, wie Christians „Tomaten mit Mozarella“ schmecken. Und wie schmecken sie? Es ist kein Mozarella sondern halt so gelber Käse, die Tomaten schmecken aber ausgezeichnet, die sind von hier, die werden entlang der Straße verkauft. Sehr reif und eine ganz weiche Schale! Die Kombination schmeckt aber auch wieder sehr gut, selbst mit gelbem Käse.

Wir fahren dann durch das Baobab-Valley, da gibt es praktisch nur Baobabs, das zieht sich endlos lange hin. Bisher habe ich diese Baobabs ja noch eher für eine Rarität gehalten, sind die aber hier definitiv nicht. Und die kleinen Baobabs sind auch sehr entzückend.

Die Freude wird aber die letzten ca. hundert Kilometer durch viele, viele Baustellen etwas getrübt, man wird hier direkt noch zum Offroadfahrer, Christian hält das eh schon für mein neues Hobby. Wird es aber auf keinen Fall!

In Iringa fahren wir dann auch zu einem Hotel aus dem GPS, das gibt es gar nicht mehr, dann zum nächsten. Außen steht noch „Very fast Internet“, ich denke mir aber gleich, das wäre sicher das einzige Update der letzten 20 Jahre. Auch hier schläft die unglaublich freundliche Dame an der Rezeption, sie bemüht sic dann aber doch, mir ein Zimmer zu zeigen, eine Bruchbude. Da dies aber nicht die Stadt für große Ansprüche ist, nehmen wir das Zimmer. Normalerweise würde ich die Rezeptionistin fragen, ob sie noch alle Tassen im Schrank hat und mit dieser Art unbedingt mit Kundschaft arbeiten muss. Ich würde ihr vorschlagen, irgendwo ganz hinten im Archiv zu arbeiten, unglaublich, diese Einstellung! Aber das ist halt auch Afrika, das gehört schon dazu!

Christian holt noch die Schlafsäcke, ins Bett direkt möchte ich mich hier nicht legen! Dann wasche ich mir die Hände, das Wasser läuft nicht ab, kein Tropfen. Na ja, jetzt sind wir halt nun mal hier. Wir gehen dann noch ins Restaurant, bestellen aber jeweils nur eine Gemüsesuppe mit Brot in der Hoffnung, dass da nicht viel falsch sein kann. War es dann auch nicht, die hat gut geschmeckt. Trotzdem gut, dass wir heute mal was zu mittags hatten sonst wäre es sättigungsmäßig schon ein bisschen knapp geworden.

Tag 52 – 26.08.2009 – Mittwoch –Tansania –Iringa - Mbeya

Tanken und ab geht die Post Richtung Mbeya. Auch heute wieder schöne Landschaft, morgens ist es aber noch sehr kalt, die Fleecepullover müssen raus und die Sturmmützen brauchen wir auch dringend. Wir sind auf ca. 1600m und es weht ein kalter Wind. Später haben wir dann wieder wie gestern 32 Grad.

Seit gestern schon ist die Straße teilweise nervig, dass da zwei tiefe Fahrspuren sind und dazwischen eine dünne Erhöhung. Man muss sich schlagartig entscheiden, ob man in den Spuren fährt, wenn ja in welcher oder oben auf der Welle. Wechseln, wenn es ganz besonders tief ist, geht nicht, der Belag ist total glatt. In der linken Spur kann man wegen den Fußgängern, Tieren, Taxis nicht fahren, ganz rechts ist auch nicht ungefährlich, da kommen die irren Busse daher und die LKWs. Ich wähle fast immer den Wellenkamm, da muss man auch aufpassen wie ein Luchs. Besonders schlecht wird es wenn der Kamm in der Kurve kleiner wird…. Aber auch diese Strecken hören immer wieder auf.

Links und rechts neben der Strecke sind viele LKWs, die ausgebrannt sind, wir fahren an einer LKW-Brücke vorbei, die noch brennt. Das kümmert aber keinen so ganz besonders, seltsam, die brennt nämlich auch noch mitten in einem Ort. Na ja, jeder hat andere Probleme.

In einer Ortschaft machen wir Pause, eine Frau steigt aus dem Bus, ganz geschickt bindet sie sich zügigst das Baby auf den Rücken, dann holt sie die beiden anderen kleinen Kinder aus dem Bus und die Sachen, die sie aus der Stadt mitgebracht hat. Es ist sooo viel für diese Frau, das Baby, eine riesige Last auf dem Kopf, dann noch was in der Hand. Auch die kleinste muss schon etwas viel zu Schweres schleppen, Wahnsinn! Und wer weiß, wie weit!

Die Leute sind aber alle sehr angenehm, die Tansanier sind etwas zurückhaltender als die Kenianer aber auch sie unterhalten sich gern, wenn man sie grüßt kommen sie sofort näher und frage dies und das, ganz freundlich!

Abends kommen wir in Mbeya an, da sehen wir das „Hotel Stockholm“, das kostet ca. 20 Dollar und ist ganz nett. Wir sitzen noch schön im gemütlichen Garten bei afrikanischer Musik und freuen uns schon auf das Abendessen. Das Restaurant ist sehr nett aber trotzdem haben wir uns zu früh gefreut. Kaum sitzen wir beim ersten Kilimanjarobierchen da krabbelt schon die erste Kakerlake direkt neben dem Tisch senkrecht an der Wand nach oben. Ich zeige die Christian, wir schauen noch, da krabbelt schon die nächste aus meiner Stoffserviette. Und da gibt es für mich nicht viel zu reden, da graust es mir einfach höllisch, gegen Kakerlaken bin ich allergisch. Christian schubst die noch vom Tisch und zertritt die dann am Boden, trotzdem reichts mir.

Wir haben die Speisekarte ausführlich studiert, die 5 Vorspeisen und die ca. 15 Hauptspeisen und haben uns dann wieder für ein Pfeffersteak entschieden. Wir bestellen, die Bedienung sagt aber, dass es das heute nicht gibt. Ich sage ihr noch, dass wir dann nochmal kurz schauen müssen, was wir alternativ nehmen. Da rückt sie aber endlich damit heraus, dass es nur 2 Sachen gibt: Chicken mjit Reis oder Fisch mit Reis. Wir nehmen beide Chicken. Das kommt dann auch, das Huhn ist 100mal mit dem Messer zerschnitten, ich denke mir schon, hoffentlich waren das nicht die Kakerlaken… Aber das Huhn ist so gut geröstet, schmeckt wirklich ausgezeichnet (nichts destotrotz geht mir der Kakerlakengedanke nicht aus dem Kopf, da bin ich dann auch mal komisch!) Wir schlafen schlecht, mich halten verschiedene Ungeziefergedanken wach…..
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Aktualisierung: 2010/06/14 - 08:50 / Redakteur: Webmaster
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