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Syrien - Jordanien

der nahe Osten

Tag 9 - 14.07.2009 – Dienstag – Türkei - Syrien

Frühzeitig geht`s los Richtung syrische Grenze. Es sind noch ca. 200km bis dahin. Zwischendrin gibt`s noch rein paar Regentropfen, die schaden aber nicht, das Regenzeug müssen wir nicht rausholen. Die Ausreise aus der Türkei verläuft zügig, von der Einreise nach Syrien haben wir schon gehört, dass sich das endlos hinziehen kann. Und es dauert dann auch entsprechend lange, ca. 2 Stunden.

Dann gab`s da noch einen „Helfer“, Christian meinte, ohne den hätte es 4 Stunden gedauert. Er hat ihm dann 10 Euro gegeben und dachte, dass das eh schon großzügig ist, der hat dann aber ein langes Gesicht bekommen, so ein A…. ! Aber was soll`s, ich finde, ein Syrer mit langem Gesicht ist besser als ein leichter Geldbeutel.

Die Fahrt nach Aleppo war dann ganz schön, auch hier in Syrien sind die allerkränksten Fahrer die LKW-Fahrer. Denen gehört hier die Überholspur. Sollen Sie behalten, wir hatten ziemlichen Seitenwind und sind eh nicht so gerast. Abends dann in Aleppo haben wir ein Hotel gesucht mit Parkplatz für`s Motorrad, das erste Hotel war eigentlich schön, Parkplatz hatten die keinen obwohl sie die ganze Zeit gesagt haben, sie hätten einen… Wir haben weiter gesucht und sind dann im Aleppo Sheraton gelandet, da habe ich sehr leicht einen wirklich guten Preis bekommen, die an der Rezeption fand das mit dem Motorrad gut, Gott sei Dank! Abends sind wir dann gleich noch zur Zitadelle (sehr schön!!!) und noch ein bisschen durch den Basar geschlendert, den Abend haben wir in einem schönen Restaurant wieder an der Zitadelle verbracht und mit einem schönen – wer jetzt Bier meint täuscht sich!!! – Mineralwasser ausklingen lassen. Da es ziemlich kühl geworden ist haben wir die Wasserpfeife auf ein andermal verschoben!

Tag 10 - 15.07.2009 – Mittwoch –Syrien

Aleppo – Damaskus: man glaubt eigentlich, dass es ein Katzensprung ist aber weit gefehlt! Wir hatten einen Seitenwind, man kann sich`s gar nicht vorstellen, die ganze Fahrt war eher wie surfen… Auch ein Tee und viele Gespräche an der Tankstelle halten lange auf – natürlich nicht negativ, es ist sehr interessant, man wird vom Tankstellenbesitzer eingeladen und dann gesellen sich verschiedene Kunden, die die Motorräder sehen, dazu. Christians Motorrad wurde inzwischen bestimmt schon 100mal fotografiert, meines interessiert dann eher am Rand, wie widerlich! An dieser Stelle sei mal gesagt, dass ich letztes Jahr allein mit dem Motorrad im Iran war und da natürlich immer der Mittelpunkt gewesen bin – und jetzt das: jemand, der mir die Show stiehlt!!! Gut, dass es der eigene Mann ist sonst gäbe es eh Krieg!

Manche Moslems geben einer Frau ja nicht mal die Hand, wenn man da empfindlich wäre, welch Graus! Aber als Gast in einem Land muss man sich halt an die Gegebenheiten anpassen, ich muss ja nicht für immer im Nahen Osten bleiben.

Abends sind wir also eher spät in Damaskus angekommen und das bei einem Verkehr…. Da das Verhandeln bisher ja ziemlich gut ging hat mich hier ein Hauch von Größenwahn eingeholt und wir sind mit unseren mittlerweile wirklich dreckigen Motorrädern beim „Four Seasons“ vorgefahren. Die sind uns bei einem schönen Zimmer zwar um glatte 60 Prozent entgegengekommen, der Preis (fast 400 Euro) war aber noch immer so hoch, dass wir die Aktion zügig abgebrochen haben. Genau genommen wollte ich nicht mehr zahlen als die anfallenden Steuern von 22 Prozent…

Der Chefportier hat uns aber dann noch jeweils eine Flasche kaltes Wasser gegeben, ein wirklich sehr netter Typ. Auch Dedemann und Sheraton waren restlos ausgebucht (tatsächlich, hier halten sich nämlich wahnsinnig viele Saudis auf wegen der hohen Temperatur in ihrem Land!!!) und so haben wir dann ein Hotel ohne Garage im Zentrum genommen (Hotel Sermais). Eine ganz leichte „Absteige“, allein das grätzige Frühstück hat pro Person 12 Euro gekostet).

Auf unserer anschließenden Restaurant suche haben wir dann einen tatsächlich bayrisch sprechenden Syrer getroffen, der hat uns zu einem tollen Restaurant gebracht, das war auch nicht sonderlich teuer. Ein wirklich netter Typ, der tatsächlich nur helfen wollte! Christian hat Huhn mit Reis bestellt, ich Lamm mit Joghurtsosse. Ich dachte, da kommt ein bisschen Joghurt, es war aber Lamm ertränkt in ca. einem Liter Joghurt. Es hat aber beider ausgezeichnet geschmeckt. Und dazu wieder ein leckeres Wasser!

Tag 11 - 16.07.2009 – Donnerstag – Syrien - Jordanien

Am nächsten Morgen noch ein Rundgang, wir haben aber übereinstimmend festgestellt, dass uns Damaskus nicht gefällt, nicht jede orientalische Stadt ist wie Marrakesch oder Istanbul!

Der heutige Tag wird uns eh lange in Erinnerung bleiben, ein langer, langer Tag! Erst mal ja wieder die Ausreise aus Syrien. Christian meinte, dass man in Länder, die eine Ausreisesteuer verlangen, gar nicht erst einreisen sollte. Wir haben uns so geeinigt, dass Christian den ganzen Bürokratenkrempel an den Grenzen erledigt, Gott sei Dank, ich habe da nicht so viele Nerven! Ich bin halt dann für die Hotels zuständig, so ergänzt sich das ganz gut! Die Einreise nach Jordanien war auch irgendwie wieder z.K. Mit diesen Carnets dauert alles ziemlich lange und mit Versicherung und so summieren sich die Kosten auch ganz schön! Und wenn jemand glaubt, die Bürokratie in Deutschland wäre ziemlich umfangreich, dem sei eine Reise in den Nahen Osten zu empfehlen!

Die Jordanier fahren eigentlich noch irrer wie die Syrier und das heißt schon was. Und mittlerweile nervt es auch etwas, dass die Autos neben einem herfahren und ewig schauen… Ich habe zu Christian schon gesagt, dass so ein Motorrad wie ein Käfig ist und wir zwei sind die Affen, die begafft werden. Andererseits ist es auch nicht so ungewöhnlich, es gibt hier nur 125er Hondas oder diese chinesische Marke, den Namen habe ich vergessen. Außerdem würden wir uns auch wundern wenn eine kleine Kamelkarawane über den Stachus ziehen würde! Da würde zumindest ich auch mal einen verlängerten Blick drauf werfen.

Die Übernachtung war eigentlich in Amman geplant, wir sind da auch reingefahren, haben aber beschlossen, uns das zu ersparen, Damaskus gestern hat gereicht!

Und dann glaubt man um ca. 14Uhr30, dass die restlichen ca. 200km nach Petra sicher kein Problem sind. Aber man kommt einfach nicht vorwärts, es ist immer irgendetwas, Ortsdurchfahrten, Tanken und dann die wirklich schöne Landschaft. Jedenfalls sind wir um ca. 21Uhr30 in Petra angekommen. Und gefroren hat`s uns schon, wir haben die Halstücher wieder herausgeholt. Christian hat dann wie von Zauberhand direkt zum Eingang von Petra gefunden, da gab`s dann das „Petra Inn“, da habe ich mir Zimmer angeschaut, jedesmal wenn ich den Typen von der Rezeption angeschaut habe, ist er wieder mit dem Preis runtergegangen. Er hat gemeint, ich beanstande den Preis, mir haben aber nur die Zimmer überhaupt nicht gefallen, also weiter zum Hotel direkt am Eingang, supertoll und die Preise sind im Juli wirklich bezahlbar! Hier bleiben wir 2 Nächte. Wir waren so unglaublich müde (und wir haben ja nicht mal zu Mittag gegessen!!), dass wir uns nur noch was beim Zimmerservice bestellt haben du dann sind wir beim Fernsehen eingeschlafen!

Tag 12 - 17.07.2009 – Freitag – Jordanien

Guten Morgen Petra! Super Frühstück, Geldwechsel, Getränkekauf im Supermarkt nebenan und rein geht`s nach Petra. Und das ist wirklich großartig, einfach toll. Da sagen aber die Fotos mehr…. Jedenfalls waren wir überrascht, dass die ganzen „Camelride“-Typen und „Horseowner“ gar nicht aufdringlich waren. Mit den Kutschen wollten wir nicht fahren, irgendwie kam uns das vor wie Tierquälerei. Gut, dass wir schon so bald da waren, später sind dann unglaublich viele Leute gekommen aber da sind wir schon wieder gegangen. Wir haben natürlich nur einen Teil gesehen aber zu viel Antikes ist eh nichts für uns. Und schön schattig war`s zwischendrin auch, insgesamt einfach sehr schön.

Seit Syrien sind die Temperaturen übrigens sehr angenehm, ca. 30 bis 33 Grad, zum Fahren ideal und auch ansonsten durch die trockene Hitze recht gut. Wir dachte ja ursprünglich, dass wir eventuell schon in Syrien an der Hitze eingehen….

Tag 13 - 18.07.2009 – Freitag – Jordanien

Gutes Frühstück im Möwenpick dann geht es ab Richtung Aquaba (ca. 140km). Wir finden keine Tankstelle also fahren wir so los, wird schon eine kommen… Die Fahrt geht durch superschöne Landschaft, ziemlich hoch gelegen. Lt. Christians Thermometer am Motorrad hat es 25 Grad, mich friert`s aber teilweise um den Hals, ich dachte eher an 15 Grad. Unterwegs neben der Straße leben viele Nomaden, Kamele mit Jungtieren fressen entlang der Straße. Wir fragen uns, was von dem Nichts die da zu sich nehmen??? Die Zelte der Nomaden sind nicht besonders schön, eher so aus Lappen zusammengesetzt. Aber schön müssen die ja eh nicht sein, nur einfach auf- und abzubauen.

Während der Fahrt keimt bei mir urplötzlich die Hoffnung auf, dass irgendeine Auswandererfamilie, die man bei VOX oder Kabel eins so sieht, in Aquaba eine Imbissbude mit Spezialität (bayrischer Wurstsalat“ oder „Schweinsbraten mit Knödel und Kraut“ eröffnet hat. Es geht ja nicht darum, dass das Essen hier nicht gut wäre (gestern abends z.B. Lamm in Tomatenminzsoße) aber mir wäre jetzt ein schöner, saftiger Schweinsbraten gerade recht! Mal sehen, wie das so wird in Aquaba.

Zwischenzeitlich geht`s hurtig bergab, aus den kühlen 25 Grad werden eben mal schnell 35 Grad.

Eigentlich Sollten wir allmählich tanken und auf Christians Rückfragen schleppt jemand einen 20 Liter Kanister an, es ist aber normales Benzin und nicht mal bleifrei, das mögen unsere Böcke nicht. Angeblich sind`s noch 40km bis zur nächsten Tankstelle.

Die Höhe über NN geht nach unten, die Temperatur nochmal nach oben, 38 Grad!!

Nach 50km immer noch keine Tankstelle, auf erneutes Nachfragen biegen wir etwas unerlaubt auf der Autobahn in die entgegengesetzte Richtung ab…. Und dann gibt`s endlich einen kräftigen Schluck für die Mopeds, für uns natürlich auch.

Weiter Richtung Meereshöhe null und binnen sehr, sehr kurzer Zeit erreichen wir dann einen neuen Temperatur-Highscore von 42 Grad!!! In Aquaba.

Wir finden heute schon mal um13Uhr30 ein schönes Zimmer mit gutem Parkplatz im Aquaba Gulf Hotel. Kurz regeneriert, d.h. geduscht und umgezogen, ziehen wir wieder los, um eine Kleinigkeit zu essen. Ca. 200m weg vom Hotel sage ich zu Christian: „Schau mal, ich schwitze trotz der 42 Grad nicht, irgendwie seltsam.“ Darauf Christian: „Ja, weil der Körper glaubt, dass so etwas nicht möglich ist. Der gibt intern weiter: Du brauchst nicht schwitzen, das mit den 42 Grad ist nur ein Irrtum!“

Da wir auch nach ca. 200m noch keinen „Auswanderer-Wurstsalat-Imbiss“ entdeckt haben, dafür aber ein großes gelbes „M“, gehen wir gleich da rein und bestellen 2 Menues. Schmeckt lecker wie daheim, die Pommes geschmacklich wie am Stachus, das lobe ich mir!
Am Hafen haben wir zu unserer für morgen geplanten Fährfahrt nach Ägypten viele verschiedene Auskünfte bekommen, die sortieren wir heute beim Abendessen noch aus.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir am Pool, lt. Christian liegt man in den Liegestühlen wie eine Schildkröte, ich finde es aber sehr gemütlich.
Heute habe ich so viel geschrieben, weil wir immer noch am Pool liegen und weil die 42 Grad nicht unbedingt zur Stadtbesichtigung einladen.

Tagesmotto: „Unter gewissen Umständen schmeckt auch warmes Mineralwasser"

Und morgen geht es nach Ägypten!!
Bitte auf die Bilder klicken...

 

 

 

 


 

 

Petra

Aktualisierung: 2010/06/14 - 08:46 / Redakteur: Webmaster
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