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Südafrika-Lesotho

...Zielland erreicht!

Tag 67 – 10.09.2009 –Donnerstag–Botswana nach Südafrika – Gaborone – Sun City

Nachdem wir das Frühstück in dem total viktorianischen, funkelnden Frühstücksraum seltsamerweise unbeschadet überlebt haben geht es auf direktem Weg zur Grenze Botswana, alles sehr einfach, die stempeln das Carnet aber nicht aus weil Südafrika und Botswana eine Zollunion sind, da wird dann erst ganz am Schluss wenn es aus Südafrika rausgeht ausgestempelt, hoffentlich stimmt das!

Und dann: SÜDAFRIKA - Zielland erreicht, mehr sog eh ned!!!!

Aber jeder der mich kennt, weiß natürlich, dass ich schon mehr sage. Gleich nach der Einreise sind mir ein paar fette Krokodilstränen runtergelaufen und dazu hat sich ein bisschen Stolz breit gemacht: einfach genial, dass wir mit unseren Motorrädern Südafrika erreicht haben, teilweise war ich - speziell im Norden Afrikas - nicht mehr so recht überzeugt, dass wir da durchkommen. Ich habe schon mal mit den „Cargoangeboten“ am Rand der Straße geliebäugelt.

Na ja, jedenfalls sind wir jetzt da und fahren gleich mal durch ein ehemaliges Homeland. Wir haben das schon mal gesehen und es hat sich hier durchaus positiv verändert. Teilweise ist ein Hauch von bescheidenem Wohlstand sichtbar und auch die jungen Leute sind total gut drauf, die Stimmung ist wesentlich besser als bei unserer ersten Südafrikareise gleich nach Abschaffung der Apartheit.

Unterwegs hält Christian an und sagt, dass wir eigentlich die erste Nacht in Sun City im Hotel „The Palace oft the Lost City“ verbringen könnten. Da soll es jetzt auch so ein „ursprüngliches Dorf“ geben, wo man verschiedene Volksgruppen Südafrikas bzw. deren Domizile bestaunen kann. Wir biegen nach Sun City ab und da geht baumässig die Post ab, hier ist praktisch schon alles für nächstes Jahr zur Fußball WM ausgeschildert, Straßen werden ausgebessert oder gleich neu gebaut. Die ganze Gegend hat einen dermaßenen Sprung nach vorne gemacht, unglaublich!

Also verbringen wir die Nach in Sun City, davor zum „ursprünglichen“ Dorf und nach dem Dorf natürlich noch ins Spielcasino. Vielleicht können wir ja morgen das Palasthotel kaufen oder zumindest für immer hier in Afrika bleiben? Aber nein, insgesamt verlieren wir 20 Euro und dann ziehen wir uns zügig auf das schöne Zimmer zurück.

Tag 68 – 11.09.2009 –Freitag– Südafrika –Sun City - Lesedi

Großes Publikum bei der Abfahrt in Sun City, alle wollen wieder mal wissen, woher, wohin…, das wird uns künftig ganz schön abgehen wenn wir wieder als „Nonames“ in München unterwegs sind!!

Wir fahren Richtung Johannesburg, ich habe da ein Supersonderhotel rausgesucht, wenn das ist wie im Internet beschrieben dann passt alles genau. Es ist wieder ein Dorf, das auch zum Fotografiernen geeignet ist, mal sehen.

Unterwegs stoppen wir auf einem Markt und mir bricht fast das Herz, da ich nichts kaufen kann, wir haben einfach keinen Platz! Wie schrecklich, bei mir ist schon alles auf afrikanische Einrichtung eingestellt…

Dann gibt es beim Wimpy noch ein „Chicken Peri-Peri“, einfach nur köstlich und scharf und dann kommen wir in Lesedi an. Ich habe mir im Internet schon ein „Nguni-Zimmer“ rausgesucht und so eines ist auch noch frei. Die zeigen mir das Zimmer und ich bin einfach nur noch begeistert, es ist die originellste Unterkunft, in der ich in meinem Leben war. Eine Hütte mit grasbedecktem Kuppeldach in einem Zulukral, die Einrichtung schlichtweg genial und dazu noch der pure Luxus, einmalig!!!!!!!

Später gibt es da noch eine Vorführung und eine Führung durch die verschiedenen Dörfer, es ist wirklich sehr interessant und fotomäßig wahnsinnig ergiebig. Im Anschluss dann noch das Abendessen, es gibt Krokodil, Walki Talkies (das sind Hühnerfüße und Hühnerköpfe in Soße – wir haben uns aber mit Probieren zurückhalten können….)., Antilopengulasch und so weiter. Krokodil schmeckt sehr lecker, auch das Antilopengulasch kann man gut essen. Und danach gehen wir äußerst zufrieden in unser supertolles Zimmer (Internet: http://www.lesedi.com/acc_zulu.htm).

Tag 69 – 12.09.2009 –Samstag– Südafrika –Lesedi - Bloemfontain

Morgens beim Frühstück: wo fragt ein waschechter Zulu, wie man geschlafen hat und ob man die Spiegeleier soft oder medium möchte und alles in voller Montur? In Lesedi!

Dazu kommen die Zulus und auch viele andere und fragen uns zu unserer Reise ein Loch in den Bauch. Gott sei Dank kommt dann ein ganzer Schwung Gäste (hier tagt und übernachtet das FIFA-Team, wir hören, dass die sich gern immer mit dem Besten verwöhnen lassen, will heißen, dass die allesamt durch und durch korrupt sind! Wie gesagt, wir hören das nur aus erster Hand, ob es stimmt…?!?)

Die Zulus probieren dann noch die Mopeds aus, natürlich nur im Stehen, fahren darf ja niemand! Einer sitzt drauf und dann lässt Christian den Motor an, der Zulu erschrickt zu Tode, als wäre das ganze eine Höllenmaschine. Ich kann mir ja ein Lachen nicht ganz verkneifen…

Sehr, sehr ungern verlassen wir Lesedi und fahren Richtung Bloemfontain. Die Fahrt führt durch superschöne, absolut weitläufige Landschaft. Südafrika erinnert mich oft an den Beginn von Raumschiff Enterprise: „unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 2009“, einfach sagenhaft schön. Und so geht es dahin, abends finden wir dann in Bloemfontain eine „Game-Lodge“, allerdings eine etwas kranke Angelegenheit, die haben gerade mal 3 Giraffen und ein paar Springböcke, naja.

Die Chalets sind schön, wir haben eine kleine Terrasse mit dabei. Ein Castle Lager und ein Steak (wie so oft in letzter Zeit…) runden den schönen „weitsichtigen“ Tag ab.

Tag 70 – 13.09.2009 –Sonntag– Südafrika nach Lesotho – Bloemfontain - Maseru

Wir beschließen, dass wir noch nach Lesotho fahren, es sind bis zur Grenze nur ca. 130km. Hoffentlich brauchen wir keine Visum!? Brauchen wir nicht, es geht alles sehr zügig, Ausreise, Einreise und schon sind wir da.

Hotelmäßig haben wir keine Lust auf langes Suchen und fahren zum Lesotho Sun. Teilweise eine Baustelle aber die Zimmer sind recht ordentlich. Wir checken ein und fahren dann aber noch ins Landesinnere Richtung Roma und weiter, die Landschaft ist geradezu gigantisch! Lesotho heißt nicht umsonst „das Königreich in den Bergen“. Einfach nur schön und wieder absolut Schwarzafrika, ganz anders als Südafrika, von dem es ja eingeschlossen ist.

Das Wetter ist super, sehr warm und angenehm. Wir fahren noch eine ganz besondere Route, an meinem Moped scheppert irgendwas, es nervt mich. Wir halten an und überprüfen, was das sein könnte, es ist die Halterung über der Kette vom Schmutzfänger. Die ist schon länger angebrochen, mir reicht es jetzt, der Krempel wird jetzt abgebrochen und fertig. Was nicht mehr da ist kann auch nicht mehr scheppern!

Geniales Abendessen im Hotel, der Manager fragt uns während dem Essen allerdings wieder ein Loch in den Bauch, das wir eigentlich gerade füllen wollen. Die Mopeds stehen direkt am Haupteingang, Auf dem Parkplatz würde zwar auch nichts passieren aber hier sind sie 100% sicher! Na dann…

Tag 71 – 14.09.2009 –Montag– Lesotho –Maseru und der Norden Lesothos

Wir beschließen, noch einen Tag in Lesotho zu bleiben, es gefällt uns total gut hier. Es ist ja auch noch Frühling und die Pfirsichbäume blühen hier ganz rose, superschön! Wir checken aber aus dem Hotel aus, wir fahren in den Norden, vielleicht übernachten wir da.

Wieder absolut schöne Landschaft, traumhaftes Wetter, sehr warm. Wir fahren über über einen 2.830m hohen Pass, hier hat es neben der Straße noch ab und zu Schnee, sehr, sehr schön!! Es ist eine absolut afrikanische Gegend, für mich eine der schönsten Gegenden der gesamten Reise. Der Pass ist wie das Stilfser Joch nur sind hier keine Südtiroler unterwegs sondern eben Basotho. Die Menschen hier würden bei mir nicht Platz eins im Sympathiewettbewerb gewinnen aber was soll`s …

Nach dem Pass kommt eine „Ortschaft“, so ist es zumindest in der Karte vermerkt. Es ist aber nur eine Lodge und Benzin verkaufen die auch nur wenn man da übernachtet. Ich gehe rein in die Rezeption, die Häuschen schauen von außen und von der Weite eigentlich ganz nett aus. Aber an der Rezeption hole ich die zuständige Dame schon mal aus dem Tiefschlaf, entsprechend ist sie natürlich gelaunt.

Ich lasse mir ein Zimmer zeigen, total mies und feuchter Geruch. Ich möchte noch ein anderes Zimmer sehen, das ist ähnlich schlecht und dazu 110 Euro pro Nacht für so eine madige Absteige! Da haben wir null Lust drauf und so beschließen wir, zurück Richtung Maseru zu fahren.

Das war ein guter Entschluss, zurück zu sieht eh immer alles anders aus und ein ganz anderes Licht ist auch, toll! Wir wollten eigentlich zu einer Lodge fahren, die wir beim Rauffahren gesehen haben, erst jetzt lesen wir aber, dass die 33km Pistenstraße von der Hauptstraße weg ist. Das ist uns zu riskant, es ist zwar eine 5-Sterne-Lodge aber wenn die dann recht teuer ist?

Also zurück nach Maseru. Diesmal gehen wir aber nicht ins Baustellenhotel „Lesotho Sun“ sondern ins „Maseru Sun“, eigentlich alles ziemlich gleich bis auf die fehlende Baustelle halt. Dann noch ein Zimmerwechsel weil wieder mal ein Teil der Einrichtung nicht funktioniert, wir aber keine Spaxschrauben und kein Öl dabei haben und auch keine Lust mehr auf Reparaturen haben.

Tag 72 – 15.09.2009 –Dienstag– von Lesotho zurück nach Südafrika –Maseru nach Aliwal

Morgens sind die Lichter auf meinem „Armaturenbrett“ nicht mehr ganz so hell wie sonst immer und irgendwie fehlt auch ein bisschen Kraft, was soll das denn jetzt? Aber das Motorrad springt dann doch noch an und wir fahren los Richtung Süden zur Grenze nach Südafrika. Christian meint, mein Motorrad wäre eben ein „Kacherl“ und kein richtiges Motorrad. Eigentlich sollte ich ihn stehenlassen, bin aber jetzt zwecks eventuellem Anschieben auf ihn angewiesen…

Auch im Süden Lesothos ist die Landschaft absolut spektakulär und es gibt noch ein paar Fotostopps. Kurz vor der Grenze fährt ein Motorradfahrer vor uns her bzw. ich finde, dass er ein bisschen schleicht. Christian überholt ihn in der Gerade, mich nervt er dann kurz vor einer Kurve und irgendwie schneide ich ihn dann ein bisschen… Ich denke mir noch: Depp, das hast Du jetzt davon, wenn Du so schleichst. Bald darauf kommen wir zur Grenze und der Motorradfahrer überholt uns dann wieder mit letzter Kraft. Irgendwie schwant mir schon was, das wird ja wohl kein Grenzbeamter sein???? Ist er natürlich doch. Christian geht ins Grenzhäuschen und der Typ kommt schon auf mich zu. Ist der jetzt gut drauf oder schlecht? Gott sei Dank ist er sehr nett und stellt nur die üblichen Fragen…

Die Formalitäten sind schnell erledigt, wir fahren über eine Brücke zur südafrikanischen Grenze. Da klappt auch alles zügig und schon geht der Grenzbalken hoch. Christian fährt, bei mir kommt nur Krachen von Fehlzündungen aus dem Auspuff, der Grenzer hält den Balken hoch und hoch und hoch… Und meine verdammte Kiste tut dann keinen Muckser mehr. Soll ich den Bock jetzt nach Südafrika schieben? Geht eh nicht, es geht bergauf. Christian dreht schon um dann springt der Hobel mit letzter Kraft an, bin ich froh.

Dann habe ich gerade vorher noch erfahren, dass jetzt 36km total schlechte Piste bis nach Zastron kommen, ganz toll bei dem brutalen Seitenwind. Wir brauchen aber nur ca. ½ Stunde, wir lassen es so richtig krachen nach dem Motto: über Wellblech muss man fliegen!

Zastron ist dann so gar nicht schön und wir fahren weiter nach Aliwal (ja wer hat denn davon schon mal was gehört, wir jedenfalls nicht!). Ich sehe gleich eine ganz tolle Lodge, wir fragen, die sind ausgebucht, nächste Lodge, ausgebucht, bei der nächsten gibt es noch ein Zimmer. „Landys Guesthouse“ liegt mitten auf dem Hof, der Mann repariert Kühlschränke und Waschmaschinen, man sieht es, 50 Stück davon stehen auf dem Hof rum. Ich denke mir noch, wie soll ich der jetzt sagen, dass wir hier nicht bleiben möchten, sie hat uns gleich zur Begrüßung die Hand gegeben… Dann zeigt sie mir aber das Zimmer und das ist wirklich schön, wir bleiben! Es gibt noch ein Problem, ich sage ihr, dass wir kein Afrikaans sprechen aber sie spricht eh schon englisch!! Nur wir verstehen sie kaum, das ist so schlampiges englisch, unglaublich. Die Gute ist extrem derb und total lustig. Das Wesentlich ist gesagt, also: passt schon!

In der River Lodge essen wir dann noch das wievielte Steak??? Jedenfalls schmeckt`s gut. Dann noch ein kleiner Einkauf im Supermarkt und ab ins Bett.

Tag 73 – 16.09.2009 – Mittwoch–Südafrika –Aliwal nach Port Elizabeth

Christian verlässt den Hof - dass mein Moped gestern schlecht angesprungen ist, hat er schon längst vergessen. Aber jetzt: „Hüstel, hüstel, finito“. Jetzt geht nichts mehr. Er kommt zurück und nach mehreren Versuchen steht fest: die Batterie ist im A….., da geht gar nichts mehr. Nur so eine Batterie ist hier natürlich nicht zu bekommen, wir fahren los Richtung Süden. Ich stelle den Motor nur beim Tanken ab. Der Tankstellenbesitzer sagt uns auch, dass wir die nächste Chance auf eine Batterie erst in Port Elizabeth haben, da ist doch scheinbar tatsächlich ein BMW-Händler, der auch Motorräder hat. Nur sind es von Aliwal nach Port Elizabeth ca. 550km, ein langer Weg, die Batterie lädt sich nämlich nicht mehr auf. So fahren wir bis auf einen Tankstopp praktisch durch nach PE. BMW soll sehr schwierig zu finden sein, ist es dann auch.

Christian hätte KTM und Honda im GPS, was hilft`s wenn man die nicht hat. Nach langem Rumeinern finden wir aber tatsächlich noch hin. Die haben auch eine Batterie da, müssen die aber erst aufladen und es ist ja schon abends…. Also kommen wir morgen wieder vorbei, in der Hoffnung, dass das Moped nochmal anspringt. Wir finden in ein paar Kilometer Entfernung ein Zimmer in der “Victorian Villa“, ich sehe schon, dass das Ganze mit moderner Einrichtung kombiniert ist, Gott sei Dank! Es ist dann auch wirklich sehr schön. Die Dame an der Rezeption gibt uns als Restauranttipp noch das „Old Austrian Restaurant“ mit auf den Weg, Christian freut sich da natürlich ganz besonders, ich aber schon auch. Wir nehmen als Vorspeise die Fritattensuppe, die wirklich köstlich schmeckt und als Hauptspeise das Wiener Schnitzel, excellent!! Da kommen Heimatgefühle auf, auch nicht schlecht.

Tag 74 – 17.09.2009 – Donnerstag–Südafrika –Port Elizabeth nach Plettenberg Bay

Morgens springt das Motorrad auf sehr gutes Zureden nochmal an und wir fahren gleich zu BMW. Die Batterie ist aufgeladen, die bauen uns die dann auch gleich gratis ein (übrigens das erste, das ich bisher bei BMW umsonst bekommen habe…) und auch einen ausgezeichneten Kaffe bekommen wir vom Verkaufsleiter, dem wir ganz genau erzählen müssen, wie wir denn gefahren sind…...

Dann die Gardenroute Richtung Plettenberg Bay. Die Landschaft ist wieder mal grandios, wir fahren immer wieder zum Meer, z.B. in Jeffreys Bay. Ein Strand, gigantisch, das Meer, wunderschön und überhaupt: hier könnte man sich gern jedes Jahr ein halbes Jahr aufhalten, die Häuser da so direkt am Meer, toll!

Es gibt unterwegs riesige Kuhherden, so was haben wir noch nicht gesehen, hunderte von Tieren. Und dann kommen wir nach Plettenberg Bay, das ist ja einfach ganz genial, die Lage ein Traum. Wir entdecken da ein Hotel, das ist direkt ins Meer reingebaut, es sieht aus wie ein Schiff, da möchten wir unbedingt hin. Machen wir dann auch, die Zimmer sind einfach spektakulär, der Ausblick genial, man hört die Wellen sehr laut auf die Felsen aufschlagen, traumhaft! Dann erzählt uns noch jemand, dass jetzt eine supergute Zeit für Wahlbeobachtungen ist. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen, wir beschließen, dass wir hier 2 Tage bleiben.

Tag 75 – 18.09.2009 – Freitag –Südafrika –Plettenberg Bay

Gleich morgens buchen wir „Whalewatching“ für 11Uhr30. Schwimmwesten anziehen, rein ins Boot und los geht es mit Karacho. Erst fahren wir zu einer Seelöwenkolonie da gibt es dann auch Delphine, sehr nett und vielleicht auch ein paar schöne Fotos? Ist aber ziemlich schwierig, das Boot schlingert total und die lieben Tierchen halten jetzt auch für`s Foto nicht extra still!

Und dann geht es weiter, ganz schnell mit diesem tollen Boot, das die Erlaubnis hat, bis zu 50m an die Wale heranzufahren. Und dann sind sie da, echt gigantisch, es werden immer mehr und teilweise kommen die bis 10m ans Schiff ran, also wirklich, die kommen heran, das Boot muss gar nicht extra hinfahren! Das ist schon ein Erlebnis.

Zu anfangs weiß ich gar nicht, wo hinten und vorne ist, wenn da zwei beieinander sind verliert man den Überblick. Und irgendwann zeigt auch einer seine Flossen, mal schauen, ob das Foto was geworden ist!

Und dann geht es leider zurück an den Strand; das Boot fährt Schuss darauf zu und strandet praktisch im Sand. Ganz begeistert von dem tollen Erlebnis gehen wir noch ins nächste Fischrestaurant, essen den „Fang des Tages“ und schauen gleich mal ein bisschen die Fotos an.

Später gehen wir noch in den Ort selbst und schauen uns mal alles genau an. An vielen Immobiliengeschäften bleiben wir stehen und schauen mal, was denn so wäre, wenn wir im Lotto gewinnen würden.

Bei Engel & Völkers bleiben wir auch stehen, schauen kostet ja nichts. Und da kommt schon ein smarter Verkäufer heraus und fragt, ob er uns seine Business-Card geben darf, ob wir eventuell hier in Plettenberg Bay… und so weiter. Ein ganz netter Herr, der uns dann für die Weiterfahrt noch den superguten Tipp für die Route 62 nach Kapstadt gibt – und die Karte kopiert er uns auch noch und zeichnet noch den Weg ein, echt nett.

In der Eisdiele lachen wir uns dann schief und stellen fest, dass wir auch nach 11 Wochen Lotterleben scheinbar noch einigermaßen ordentlich aussschauen, wenn der meint, wir könnten eine von diesen teuren Immobilien kaufen. Vor allem Christian mit seiner Löwenzahnkette von den Masai, irgendwie wirkt er damit ja etwas unseriös…, oder?? Noch eine Anmerkung: bei den Fotos fehlen ganz entscheidende, ich habe es nämlich geschafft, dass ich einen Chip etwas „verbiege“. Aber Christian wird`s schon richten…..
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...was für ein Strand!



Tag 76 – 19.09.2009 –Samstag –Südafrika –Plettenberg Bay nach Barrydale

Ungern verlassen wir dieses schöne Hotel, freuen uns aber gleichzeitig, dass wir wieder motorradfahren können. Wir fahren wie vom Makler empfohlen nicht die N2 unten entlang sondern auf die Route 62, die durch die Berge führt und die viel schöner sein soll. Allerdings versuchen wir natürlich, einen längeren Weg nach Kapstadt zu fahren, wir wollen einfach nicht ans Ziel kommen. Wir fahren erst noch am Meer entlang, wunderbar, Traumstrände und halt überhaupt: Afrika! Wir kommen an Straußenfarmen vorbei, hier ist das Zentrum der Straußenzucht. Ich hatte mir aber viel mehr erwartet. Und nach dem Motto: da kommen noch viel größere Farmen mache ich auch lange keine Fotos, bis es dann zu spät ist! Mittags machen wir eine Pause in einem schönen Gartenrestaurant, sehr gepflegt, fast wie daheim!

Wir suchen lange ein Hotel, es wird abends und und wir finden nichts, wieder nur so Lodges, die noch kilometerweite Pistenstraßen von der normalen Route entfernt liegen. Das ist nichts für uns, wir fahren weiter, es ist ja eigentlich eh mit am schönsten wenn man abends durch die Landschaft fährt und das letzte Licht auch die Grashalme vollständig von der Seite ausleuchtet. Wenn da nicht die Tiere wären und die Schlaglöcher und….

In Barrydale halten wir an, wir kennen es nicht und wollten eigentlich auch nicht unbedingt hierher aber im GPS sind ein paar Unterkünfte und jetzt langt es auch mit der Fahrerei.

Das erste Hotel entfällt wegen Hässlichkeit, das zweite hat geschlossen, das dritte gefällt Christian nicht, es ist ein brauner Kasten, ich vermute aber, dass das schön sein könnte…., beim vierten pfeift uns so ein Halbirrer hinterher, ich ignoriere ihn einfach, Christian meint aber, wir sollten das „Biker`s Hotel“, wie es tatsächlich heißt, anschauen, wir hätten nicht mehr viel Auswahl. Machen wir dann auch aber die Unterkunft ist feucht, nicht schön, ich möchte da nicht übernachten!

Also zurück zum braunen Hotel, ich gehe in die Rezeption und bin schon äußerst angenehm überrascht, sehr extravagant, super! Der Zimmerpreis ist auch ok und dann führt er mich durch den Livingroom zum Frühstücksraum hinauf zu unserem Zimmer mit riesengroßer Veranda. Schon der Livingroom ist 100% klasse, gestaltet von einem Schöngeist bis in die letzte Ecke, der Frühstücksraum einfach nur sehenswert, dazu klassische Musik, traumhaft! Und das Zimmer, eine Wand ist pinkt und da hängt ein Gemälde - im ganzen Haus hängen nur Akte oder Halb(n)a(c)kte, es passt aber irgendwie total super.

Wir duschen noch und gehen dann ins dazugehörige Restaurant gleich ums Eck, es ist eine Mischung aus Griechen und Marrokkaner und auch das Lokal ist eines der schönsten, die ich im Leben gesehen habe, Wahnsinn!! Total begeistert essen wir dann das seltsam gemischte Essen, später trinken wir in ziemlicher Kälte auf unserer Veranda noch die kleine Flasche Wein, die in jedem Zimmer steht. Dazu noch der Sternenhimmel, es kommt schon ein bisschen Wehmut auf, dass alles bald zu Ende ist!

Tag 77 – 20.09.2009 –Sonntag –Südafrika –Barrydale nach Paarl

Morgens kommt aus dem wunderbaren Frühstücksraum schon eine schöne Fassung von „Ave Maria“ leise hoch, dazu wieder das schöne Zimmer (obwohl der Blick auf das Riesenbild doch etwas irritiert…), der Tag kann ja nur gut werden. Der Frühstückstisch ist mit schönstem Geschirr und Blüten dekoriert, da schmeckt alles ja gleich doppelt so gut! Danach fahren wir in die „richtigen Weinbaugebiete“ weiter, die Strecke wirklich sehenswert, viele Berge, das Frühjahr kommt auch schon durch und die Temperaturen sind sehr angenehm. Gegen mittags kommen wir in Paarl an, einem wunderbaren Weinort. Wir fahren gleich eine Runde zur Unterkunftssuche, ich sehe zügig ein Hotel mit angrenzendem Weinberg, ein richtiges Weingut also. Ich möchte eigentlich gleich fragen, Christian meint aber, wir sollten noch ein bisschen weitersuchen. Warum? Weil er gleich erkannt hat, dass es mich praktisch automatisch wieder mal zur teuersten Unterkunft am Ort zieht.

Also schauen wir noch ein bisschen Alternativen an aber an dieses Weingut kommt nichts dran! Also zurück. Ich frage dann mal, bin von den hohen Preisen selbst überrascht, wir bekommen aber nach einigem Verhandeln mit der Managerin eine sehr gute Kategorie zum Preis von einem Standardzimmer. Zur Begrüßung durch die sehr freundliche deutsche Dame, die auch an der Rezeption arbeitet gibt es gleich einen Sparkling Wine, normalerweise trinke ich ja tagsüber nicht aber heute fahren wir ja eh nicht mehr. Schmeckt gut und dann gehen wir in unsere Maisonettesuite im ehemaligen Sklavenhaus. Grandios, auf der Terrasse warten schon die Liegestühle mit den Handtüchern und der Blick, einmalig schön!!!

Die freundliche Dame von der Rezeption erklärt mir noch, dass das Restaurant ein Gourmetrestaurant ist und bis vor nicht allzu langer Zeit das beste Restaurant Südafrikas war. Um Gottes Willen, wahrscheinlich ist da der eh schon empfindlich hohe Zimmerpreis nur ein Tropfen auf den heißen Stein, verglichen mit dem Essen!?! Am liebsten würde ich ja noch im Supermarkt das Nötigste kaufen :-)) Machen wir aber natürlich nicht, wir melden uns gleich für abends noch zum Gourmetessen an, 19Uhr, mal sehen. Und da es dann eh schon Wurst ist bestellen wir auch noch das 6-Gänge Tasting Menü, der Sommelier (schreibt man den eigentlich so, bisher hatte ich noch nichts mit dieser Berufssparte zu tun?) kommt und Christian ordert dann auch noch wie empfohlen zu jedem Gang einen neuen Wein. Hoffentlich sprengt das unsere Reisekasse nicht endgültig!?! Aber erstens schmeckt alles dermaßen ausgezeichnet (der Gruß aus der Küche ist 1 Stück Calamari(s) in irgendeiner Soße, dann kommt Thunfisch in irgendwas, auch hier eine Micromenge und dann irgendeine Suppe mit Entenbrusteinlage – Die Suppe bestand aus ca. 30ml, die Entenbrust aus jeweils 2 Scheiben je ca. 2 Gramm……) Zwischendrin war ich versucht, zu sagen, dass sie beim nächsten Gang bitte nicht mehr so reichlich auflegen, es wäre einfach zu viel :-)) Aber nach 6 Gängen und dem köstlichen Gruß aus der Küche waren wir tatsächlich satt! Fazit: viele Microportionen füllen den Magen auch, und zwar sehr, sehr gut!!! Meine Sorgen zwecks Preis haben sich nach dem 3. Gang auch in Wohlgefallen aufgelöst, wie gesagt hat Christian ja zu jedem Gang Wein bestellt und der hat bekanntlich Alkohol…

Jedenfalls war es ein wunderschönen Abend und natürlich entsprechend lustig. Man muss nur aufpassen, dass man ja keinen Gang übersieht oder auf dem Teller nicht findet!!!

Tag 78 – 21.09.2009 –Montag –Südafrika –Paarl

Da es auf dem Weingut so schön ist haben wir schon gestern beschlossen, noch einen Tag zu bleiben. Wie von Zauberhand fehlt uns heute morgens gar nichts, ich war ja ziemlich überzeugt, dass da von dem kleinen Rausch was übrig bleibt! Dann hätte ich dem Sommelier die Ohren langgezogen – hatte der wirklich große Ohren oder habe ich mir das nach Weinrunde fünf dann eingebildet?

Jedenfalls gibt es auf der Terrasse mit gigantischem Blick ein Wahnsinnsfrühstück, auch Austern und Champagner wären verfügbar, Austern mögen wir aber sowieso nicht und Champagner zum Frühstück muss auch nicht sein – vor allem, da wir dann eine Runde mit dem Motorrad drehen wollen… Wir fahren nach Franchhoek und dann noch nach Stellenbosch, beide ebenfalls sehr reizende Weinorte. Speziell Stellenbosch hat sich aber seit unserem letzten Besuch vor einigen Jahren total verändert und vergrößert. Ich hatte das immer so als kleinen Ort in Erinnerung…

Zum Abendessengeht es heute nach Paarl direkt, wir wollen unsere Urlaubskasse etwas schonen und in dem Restaurant schmeckt es auch ausgezeichnet.

Abends sitzen wir dann noch ganz trübsinnig auf der Terrasse, die Gedanken an das Ende der Reise lassen sich nicht mehr verdrängen. Ich möchte ja Afrika absolut nicht mehr verlassen.

Unsere Erkundigungsgänge zu den verschiedenen Immobilienmaklern haben aber auch nichts ergeben, wir haben festgestellt, dass wir jetzt nicht unbedingt nach Südafrika auswandern wollen sondern dass der Reiz der Reise eben darin besteht, dass man praktisch jeden Tag an einem anderen Ort ist, andere Menschen kennenlernt, wahnsinnig viel sieht…. Es war ja eh schon alles so schön aber am Ende einer Reise neigt man dann natürlich doppelt dazu, dass man alles noch mehr glorifiziert, Wahnsinn, immer das gleiche! Dabei hat man eh so unwahrscheinlich viele Eindrücke gesammelt, die müssen ja alle erst mal verarbeitet werden – bis zur nächsten Reise :-))

Tag 79 – 22.09.2009 –Dienstagtag –Südafrika –Paarl nach Kapstadt

Das Frühstück schmeckt natürlich wieder bombig, am liebsten würde ich heute doch gleich morgens ein Gläschen Champagner trinken oder auch zwei. Wir können es nicht mehr vermeiden, heute geht es endgültig ans Ziel, wir brechen nach Kapstadt auf. Wir fahren und fahren und Christian sucht auch noch kleinere Straßen irgendwie hinten rum, damit wir nicht so schnell ankommen. Und dann kommen wir da auf eine Stadt zu, Skyline am Meer, dahinter Berge. Ich sehe alles nur leicht verschwommen vor lauter Unglück und fange beim Anblick erst so richtig zu heulen an. Ich muss das Visier komplett aufmachen, damit alles wieder trocknet. Erst nach einiger Zeit stelle ich fest, dass das hier ja gar nicht Kapstadt ist sondern Sommerset West.

Christian fährt zu einer kleinen Pause noch irgendwo raus, ich erzähle ihm den Irrtum und dann lachen wir aber beide. Der Wehmut lässt ein bisschen nach. Wie kann denn so eine Verwechslung passieren?

Gott sei Dank fährt Christian noch nicht nach Kapstadt rein, wir fahren erst zum richtigen Endpunkt der Reise, ans Kap der guten Hoffnung zur Südspitze der Kaphalbinsel. Eine traumhaft schöne Fahrt, meistens direkt am Meer entlang. Das Meer ist hier wild, der Wind ganz brutal, wir surfen praktisch runter. Dann kommt die Zahlstelle, das ganze hier ist ein Nationalpark und wir fahren die letzten Kilometer.

Angekommen sehen wir nicht gleich ein Schild fürs Abschlussfoto und sind ziemlich enttäuscht. Dann sehen wir es aber, wir müssen nur ein bisschen weiter auf unerlaubtes Terrain vordringen, die Mopeds irgendwie aufstellen und dann noch jemanden finden, der ein Foto von uns macht. Wir unterhalten uns länger mit William, einem Österreicher, der vor langer Zeit nach Kapstadt ausgewandert ist. Ein ganz netter, der uns auch seine Telefonnummer für evtl. Probleme gibt. Ihn verpflichte ich auch, dass er von uns einige Fotos macht. Das Ergebnis (William verzeih es mir bitte!) ist ziemlich grauenhaft aber er hat es gut gemeint.

Ich sehe, dass uns ein Tourist fotografiert und sage zu Christian, dass ich den frage, ob er mir vielleicht ein Foto davon zukommen lässt. Seine nette Frau, die gleich daneben steht, sagt, dass er das sicher machen kann. Da ich schon sehe, dass er weiß, wie man mit dem Fotoapparat umgeht, frage ich ihn noch, ob er auch mit meiner kleinen Kamera noch ein Foto von uns machen kann, was er auch geduldig macht. Wie freundlich. Das Ergebnis sieht man auf der Hauptseite. Wir führen noch viele Gespräche mit deutschen, englischen, österreichischen und und und …. Touristen. Sie alle sind sehr interessiert und können es, wie so viele andere, die wir auf der Reise getroffen haben, nicht glauben, dass wir die gesamten 18.500 Kilometer mit den Motorrädern gefahren sind. Viele schauen wehmütig, man sieht Ihnen an, dass sie auch gern dieses oder ähnliches tun möchten. Viele sagen uns, sie hätten nicht den passenden Partner, die Zeit, das Geld, den Mut, aber vielleicht irgendwann….

Man sollte nur nicht zu lange träumen!

Dann fahren wir nach Kapstadt, es bleibt nicht mehr aus. Ich habe gestern abends noch über HRS ein 5-Sterne Guesthouse in Kapstadt Greenpoint gebucht, zu Fuss sind es zur Waterfront nicht mal 10 Minuten. Zum Abschluss mag es schon nochmal was schönes sein! Wir kommen an und Daniel, der Besitzer, der vor 3 Jahren aus Deutschland ausgewandert ist, begrüßt uns sehr freundlich. Er macht uns in seiner Garage Platz für die Motorräder und zeigt uns dann sein viktorianisches Guesthouse. Viktorianisch ist aber nur noch das Gusthouse selbst, innen ist es traumhaft schön und supermodern möbliert. Daniel sagt noch, dass es wie so oft so, dass die, die als letztes buchen auch noch das schönste Zimmer bekommen. Und das ist wirklich toll, wir sind beide begeistert.

Abends gehen wir dann noch zur Waterfront auf ein ausgiebiges Menü mit einer Flasche Wein (haben wir uns jetzt schon an den Wein gewöhnt?). Der Blick auf den Tafelberg ist spektakulär, ich habe tragischerweise keinen Fotoapparat dabei, man soll abends (das ist hier nach 18Uhr) keinerlei Wertsachen mit sich führen. Und am Kap der guten Hoffnung haben wir ja gehört, wie gestern abends ein deutsches Ehepaar erleichtert wurde, mitten in Kapstadt, 300 Meter vom Hotel entfernt wurden sie von 5 Männern umstellt und dann komplett ausgeraubt! Wir haben gehört, dass das hier auch sehr zunimmt, schade!

Also irgendwann demnächst fliegen wir heim, wir wissen noch nicht wann, wir haben noch keinen vernünftigen Rücktransport für die Motorräder gefunden…..

Jedenfalls ist die Geschichte hier aus, ich hoffe, es hat dem einen oder anderen gefallen. Christian hat vor, sich statistisch noch auszulassen, meine Aufgabe ist jedenfalls erfüllt!

Wir haben uns sehr über die vielen Nachrichten und Mails gefreut, danke!

Vielleicht ja bis zur nächsten Reise….?!?
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Aktualisierung: 2010/06/14 - 08:52 / Redakteur: Webmaster
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