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Kenia

Jambo!

Tag 40 – 14.08.2009 – Freitag – Äthiopien - Kenia – von Moyale über die Grenze nach Moyala (das heißt auch in Kenia so) nach irgendwo in der Prärie und vor allem „endlich raus aus Äthiopien!“

Auch morgens duschen wir natürlich wieder nicht, der Ekel vor der Dusche ist einfach zu groß. Wir ziehen wieder die mitgebrachten Waschhandschuhe aus dem Gepäck und gönnen uns noch einmal die Katzenwäsche mit Mineralwasser.

Beim Frühstück warnt uns der Hotelmanager noch vor den Landsleuten und den vielen Somalis, die hier die Grenze passieren sollen, very dangerous! Auf den nur noch ca. 1000m zur Grenze fällt uns aber weiter nichts mehr auf. Die Formalitäten sind ziemlich schnell erledigt und Christian sagt noch, dass man das den Äthiopiern schon zu gute halten muss, dass die nicht so einen gigantischen Bürokratenaufwand machen, da hat er Recht.

Ich werde aber von einigen Äthiopiern umlagert, die gleich fragen, ob wir die Motorräder für die kommenden 500km schlechteste Piste auf den LKW verladen wollen. Wir werden das machen, wir haben erst vorgstern wieder gehört, dass 3 BMW-Fahrer mit Motorrädern wie wir sie haben, die Strecke gefahren sind, bei 2en waren die Stoßdämpfer komplett hinüber nach dieser Strecke, der 3. hatte wohl ein Spezialfederbein (das hatten wir auch überlegt, das hätte aber pro Moped ca. 1.800 Euro extra gekostet und wäre nur für dieses spezielle Stück Straße hier gewesen).

Da wir auf solche Aktionen keinen Bock haben und die Motorräder schon heil durchbringen möchten (ansonsten wartete man hier in Afrika teilweise Wochen auf Ersatzteile aus Deutschland, es gibt hier gar nichts, höchstens in Südafrika) und da es eine Warnung vom Auswärtigen Amt speziell für diese Gegend bzgl. Überfällen gibt (wir haben auch gehört, dass vor ca.3 Wochen etwas vorgefallen ist, können aber nicht genau erfahren, was das war) suchen wir also einen LKW.

Mehrere Versuche mit verschiedenen „Vermittlern“ scheitern, die ändern ihre Vorhaben immer noch in letzter Sekunde oder wir schauen den LKW an und der steht dann da noch ohne Reifen auf irgendeinem Hinterhof.

Irgendwann reicht es uns und da kommt einer und sagt, er hätte einen leeren LKW, wir könnten die Mopeds da draufstellen, er fährt aber wie viele andere auch nicht nach Isiolo, wo wir eigentlich hinwollten sondern nach Garissa. Der ist etwas teurer, wir nehmen den trotzdem, wir wollen hier einfach nur weg! Wir mussten schon vorher an den Rand eines Abgrundes fahren, damit wir auf die Ladefläche des LKW`s fahren können, ein waghalsiges Manöver, ich verzichte auf die Ausführung und Christian fährt mein Moped auf die Ladefläche.

Gleich sind ca. 50 Mann auf der Ladefläche und wollen alle unser Zeugs verzurren, es ist nervenaufreibend, Christian sagt, sie sollen alle verschwinden. Ich halte dann aber ein paar von ihnen zurück, die verzurren dann alles auch einigermaßen ordentlich. Den Rest mit der endgültigen Sicherung über Diagonalen etc. macht „Mr. Christian“, wie er mittlerweile von den Arbeitern genannt wird, selbst.

Dann mit den Tankrucksäcken etc. nach vorne in das Führerhaus: Fahrersitz, Beifahrersitz, mittig eine Plastikfläche: super, das soll jetzt wohl mein Platz für die nächsten 20, 30, 40 (?) Stunden werden. Dahinter noch 2 „Schlafkojen“.

Der LKW-Fahrer ist sehr nett, eine Unterhaltung ist aber praktisch nicht möglich, er spricht nur Swahili. Trotzdem: irgendwie geht es schon. Der Boy, der für die Ladung zuständig ist, verbringt die ganze Zeit hinten auf der Ladefläche, der kann ein bisschen Englisch und sehr nett ist der auch.

Irgendwie haben wir übersehen, dass der LKW dann noch einen Hänger hat, d.h., das ganze wir noch länger als gedacht dauern.

Um ein Uhr mittags geht es los, der Fahrer (später stellt sich heraus, dass er Said(i) heißt) fährt sehr vorsichtig. Die Piste ist sagenhaft schlecht, nicht ein einziger Meter gute Straße, einfach gar keine Straße! Es ist ein gigantisches Gerumpel. Erst sitze ich direkt auf Plastik, dann auf einer dicken Decke, dann auf 2 dicken Decken: es hilft alles nichts, irgendwann muss ich hinter in die untere Schlafkoje.

Die ist aber nicht viel besser und so bin ich wirklich froh über den Stopp zum Abendessen irgendwo in einem Dorf bei den Samburu. Der Fahrer bringt uns in eine kleine Hütte, das Restaurant hier am Ort. Sehr gemütlich, sehr ursprünglich und sehr originell! Ich mache draußen noch ein paar Fotos, drinnen ist einstweilen schon aufgetischt. Christian schmeckt es sehr gut: Fleisch und Pfannkuchen und dazu Tee mit Milch. Mir schmeckt es auch sehr gut, ich möchte dann aber schon wissen, was wir hier eigentlich essen: gebratenes Kamelfleisch! Schmeckt aber wirklich super und ist ganz knusprig hergerichtet!

Dann geht es zackig weiter in die afrikanische Nacht hinein. Irgendwann um Mitternacht helfen dem Fahrer auch seine ganzen Übungen und Mantras nichts mehr, er ist todmüde und wir halten an. Er nimmt sich eine Matte und 2 Decken, er und der Ladeboy, der heißt Kenneth, schlafen neben dem LKW im Freien. Wir „dürfen“ in die Schlafkojen. Christian oben, ich unten. Eng ist es, ungewohnt und gar nicht so gemütlich wie man vielleicht meint…

Tag 41 – 15.08.2009 – Samstag –Kenia –von Irgendwo zur Stadtgrenze nach Garissa (ja, zur Stadtgrenze, nicht in die Stadt rein….)

Nach 4 Stunden praktisch ohne Schlafgeht es weiter, nach ca. 3 Stunden halten wir dann irgendwo an und gehen „frühstücken“. Der Fahrer ist ein ganz ein Netter, er bestellt für uns mit: für je zwei Personen gibt es einen Teller gekochtes Rindfleisch, dazu diese Teile, die wie ausgezogene Krapfen schmecken (schauen aus wie „Hasenöhrl“), dazu eine Blechtasse mit Rindssuppe, wieder einen Tee mit Milch und eine Cola!

Und dann taucht schon vormittags als Tages-Special die erste Giraffe auf, direkt neben der Straße, einfach suuuper! Das ganze wird jetzt als Safari deklariert, da sieht es doch gleich ganz anders aus als wenn man es als elendslange LKW-Fahrt bezeichnet . Im Lauf des Tages sehen wir noch viele Tiere, Wildschweine, Gazellen, viele Giraffen, Kamele….

Der Fahrer hat uns mittlerweile richtig ins Herz geschlossen, wir stehen kurz davor, dass er uns adoptiert. Die Fahrt ist auch trotz fehlender Englischkenntnisse total lustig… Und so rauschen wir wieder den ganzen Tag über mieseste Piste durch Afrika, Saidi immer voll konzentriert, welch Mörderjob! Manchmal denke ich schon, dass es die Motorräder hinten aushebt, scheinbar passt aber noch alles.

Zwischendrin hält der Fahrer und macht sich frisch: geduscht und in neuer Kleidung kommt er aus einem „Hotel“ raus, da glaubt man von außen nicht, dass es da auch nur einen Tropfen Wasser gibt. Ich habe mir das ganze auch angeschaut, wir könnten hier ja auch duschen, ich wollte aber eigentlich auf die Toilette, die habe ich dann aber gesehen und dann war das Thema schon erledigt. Vor dem LKW sieht mich aber dann ein Mann, der fragt, was ich vorher gesucht habe. Ich sage ihm, dass ich eigentlich auf die Toilette wollte, er nimmt mich mit und lässt mich auf deren Privattoilette gehen, auch nicht das Wahre aber sehr, sehr freundlich und das Angebot nehme ich dann auch gern an.

Irgendwie ist es überhaupt supergenial, dass wir endlich in Kenia sind, die Leute hier sind ausgesprochen freundlich, die haben wieder ein Lächeln auf dem Gesicht, alles Verschlagene fehlt. Keiner hier käme auf die Idee, mit Steinen nach jemandem zu schmeißen. Na ja, das ist aber sowieso nur für Äthiopien typisch gewesen, in den 11 Ländern vorher waren die Leute nett, in den weiteren werden sie es vermutlich auch sein, von Tansania und dem südlichen Afrika wissen wir das ja schon aus eigener Erfahrung!

Ich liege gegen abends wieder mal in der Schlafkoje, da höre ich Christian: da vorne ist ein Löwe oder Gepard. Ich natürlich gleich nach vorne, wir kommen näher und tatsächlich: direkt neben der Straße geht ein Gepard entlang, Wahnsinn!!! Leider ist es für ein gutes Foto schon zu spät, der Gepard verzieht sich schnell ins Gebüsch. Mit einem Geparden haben wir hier ja gar nicht gerechnet, genial! Ich wollte eigentlich demnächst eine kleine Toilettenpause anmahnen, da warte ich jetzt aber lieber noch ein bisschen. Irgendwie dachten wir natürlich, dass wir schon längst in diesem Garissa sein müssten….

Dann kommt der nächste Stopp, es ist bereits wieder dunkel, ein „Restaurant“ im Nirgendwo, ein paar Stühle im Freien, außen rum ansonsten gar nichts, darüber nur der genial schöne afrikanische Sternenhimmel. Manchmal denke ich mir, allein der ist es schon wert, hier zu sein! Christian geht noch mehrmals um den LKW, damit er sich die Füße vertritt, ich sitze mit den beiden LKW-Männern am Tisch. Said sagt mir über Kenneth, dass ich eine „very good woman“ wäre, das hat er gestern schon gesagt, da hat er mich gebeten, die Melone aufzuschneiden und zu verteilen. Ich habe das gern gemacht, muss aber sagen, dass ich mir selbst immer die größeren Stücke zugeteilt habe, die Melone war einfach soooo gut (natürlich hat es keiner gemerkt, ich habe ja hinter dem LKW geschnitten…).

Dann kommt die Bestellung, ein großer Teller Reis, ein Becher Milch (?) und Zucker und dann noch ein großer Teller mit Linsen, Reis, Soße und weiß der Geier (sorry liebe Nachbarn…) was noch allem. Ich schaue genau, was da passiert, Said mischt Zucker in den Becher und sagt dann, ich soll das Getränk mal probieren, bevor er es über den Reis kippt. Ich probiere und pfui Teufel, welch Graus, ich muss alles sofort neben dem Tisch wieder ausspucken, das schmeckt ja sagenhaft widerlich. Die 2 lachen sich kaputt, ich frage, was das ist: Kamelmilch!!! Zur Info: die 2 widerlichsten Flüssigkeiten, die ich auf der Welt kenne, sind Buttertee und Kamelmilch… Dafür bin ich aber gleich wieder eine „very good woman“, weil ich gleich alles ausgespuckt habe und denen auch gesagt habe, dass es einfach fürchterlich schmeckt. Wie einfach das hier in Kenia ist, eine „very good woman“ zu sein!

Es geht weiter, es ist wieder Mitternacht, Said wird wieder müde, seine Übungen helfen natürlich wieder nur bedingt und irgendwann um halb 2Uhr morgens kommt der LKW dann zum Stehen. Wir fragen uns noch, warum er hier anhält, da ist doch schon Garissa zu sehen. Viele LKW stehen hier, alle Fahrer liegen neben den LKW.

Dann kommt Kenneth herunter und sagt uns, dass die ganzen LKW mit Ihren Ladungen nur hier außerhalb Garissas über Nacht bleiben könnten, in der Stadt gäbe es sehr viele Diebe, die teilweise ganze Ladungen sozusagen „löschen“. Also wieder in die Schlafkojen, unfassbar! Wir sind todmüde und schlafen auch je ca. 30 Minuten…..

Tag 42 – 16.08.2009 – Sonntag –Kenia –von der Stadtgrenze Garissa ins Zentrum von Garissa

Morgens um 4Uhr30 geht’s wieder los, wir müssen nur noch das kurze Stück in die Stadt rein schaffen und irgendwo die Mopeds wieder vom LKW bekomme (das ganze natürlich ohne Hebebühne – als Toni, nimm Dir ein Beispiel!!!).

Said hält dann auch irgendwo in der Pampa an und fährt seitlich in den Sand hinaus. Da wird dann so lange gesucht, bis man die Ladeklappe in einer Schräge absenken kann, die es gerade noch erlaubt, die Motorräder mit Hilfe aller 4 Mitfahrer händisch runterzurollen. Diese Aktionen nerven natürlich besonders, wir haben ja auch das ganze Gepäck von den Motorrädern entfernt, damit die nicht mehr so viel Eigengewicht während der Fahrt haben.

Plötzlich taucht aus dem Nichts ein riesengroßer Mann im Sakko auf, das ist sicher ein Masai, der stellt sich in aller Seelenruhe daneben, schaut, lächelt und ist irgendwie nicht unsympathisch. Ich frage ihn dann auch, ob er ein Masai ist: 100 Punkte, die wundern sich noch, wie ich das so gut erkannt habe. Bei der Größe und sooo schlank! Jedenfalls ist dann alles abgeladen, wir wollen uns eigentlich in Ruhe wieder die Motorradkluft anziehen, keine Chance, der Masai weicht nicht von der Stelle und Said und Kenneth bestehen darauf, dass sie uns persönlich noch das schöne Hotel in der Stadt zeigen und dann wollen die auch noch sehen, wie ich Motorrad fahre. Irgendwie glauben die vielleicht noch immer, dass mein Motorrad von selbst an die kenianische Grenze gekommen ist…..

Sie fahren dann auch voraus, in die Stadt können sie nicht, Said hält ein Auto an, das fährt dann mit ihm voraus zum Hotel. Wir verabschieden uns, es war wirklich sehr nett, mit den beiden 43 Stunden zu verbringen, wiederholen möchten wir es aber nicht!!!!

Und das Hotel ist wirklich sehr schön, es hat den schönen Namen „Nomad Palace“, eigentlich wollen wir hier nur ca. 4 bis 5 Stunden schlafen und dann nach Nairobi weiter. Wir duschen ausgiebigst dann frühstücken wir noch und legen uns ins Bett. Wir kommen aber erst um 4 Uhr nachmittags wieder auf, zu spät für Nairobi, macht auch nichts, hier ist es eh so schön und die Betten sind so sauber!!! Wir machen noch eine Besichtigungstour durch die Stadt, typisch Afrika halt, nicht schön aber interessant. Zum ATM gehen wir noch dann noch Abendessen im Hotel und dann nochmal 10 Stunden Schlaf…

Tag 43 – 17.08.2009 – Montag –Kenia –Garissa nach Nairobi

In Garissa tanken wir noch auf dann geht es zackig Richtung Nairobi. Ich bin sicher, dass in meinen Reifen nicht genügend Luft ist, an der Tankstelle hat Christian aber keine Nerven, das zu überprüfen, da stehen so viele Leute wie noch nirgends um uns rum, Wahnsinn.

Wir überprüfen dass dann unterwegs, sagt er…. Nach ca. 20km halten wir an und überprüfen den Druck, vorne und hinten nur noch ca. 1,5 Bar, zu wenig! Lt. Christian auch kein Hüsteln, gar nichts, der Schalter vom Kompressor ist hinüber, ein schönes Glump!!! Abends wollen wir den dann richten. Ich also weiter mit 1,5 Bar, so schön ist das nicht, die Straße ist teilweise in einem erbärmlichen Zustand.

Dann möchten wir eigentlich bei nächster Haltemöglichkeit anhalten aber da liegt auf einmal ein überfahrener kleiner Leopard auf der Straße, der ist noch ganz frisch…. Wir halten nicht an, um ein Foto zu machen, vielleicht ist die Leopardenmutter noch in der Nähe. Also damit haben wir natürlich nicht gerechnet.

Kaum 200km nach Garissa kommt dann ja schon die erste Tankmöglichkeit, an der Tankstelle wieder ein Auflauf, das gibt’s ja gar nicht…, hier tanken wir aber nur, die Luft kann man nicht auffüllen, dazu müssen wir zur nächsten Tankstelle, die Menschenmenge eskortiert uns, die gehen einfach geschlossen mit….

Mit genügend Luft im Reifen geht`s dann nach Nairobi, hier ist ein Verkehr, das hatten wir jetzt lange nicht, super Drängler, Hektik ohne erkennbares System und das ganz eben noch im Linksverkehr. Zur Jungle Junktion finden wir nicht gleich, wir stoppen irgendwo, um uns zu beratschlagen, weil uns das Fairview Hotel mit ca. 320 Dollar incl.Steuern einfach zu teuer ist, da kommen 2 Typen, die fragen wir nach einem Hotel. Die sagen uns auch gleich, dass es da ein schönes Hotel mit Tiefgarage gibt, 100% im Zentrum von Nairobi (wo wir natürlich wieder mal keinesfalls hinwollten), Name „Jamiat Hotel“, direkt neben der Jamia (ohne T)-Moschee. Ich gehe dann auch mit den Typen rauf ins Hotel im 2. Stock, von außen sieht es etwas gewöhnungsbedürftig aus, der Manager zeigt mir dann ein Zimmer, ich finde das super und sage es ihm auch, er sagt mir, dass er uns preisgleich auch noch ein größeres geben würde, ich sehe das Zimmer und denke mir: absolut topp, mit Sitzgruppe, modern, einfach prima! Wir versenken die Mopeds dann noch in der Tiefgarage, gehen noch ein paar Meter aber nicht zu weit, dann noch ins Hotelrestaurant und dann noch Internet…..

Tag 44 – 18.08.2009 – Dienstag –Kenia –Nairobi

Nach einem etwas mittelmäßigen Frühstück aber einer supertollen gemütlichen Nacht unter den großen Moskitonetzen gehen wir zur Reiseagentur und buchen da eine 3 –tägige Safari in die Masai Mara. Jetzt soll ja die große Tierwanderung sein. Wir haben da ein extra Auto für uns genommen, im Minibus mit insgesamt 7 Personen wollten wir nicht fahren, das ist uns mittlerweile zu eng (war es aber eigentlich auch vorher schon…). Hoffentlich klappt alles, die sollen uns morgen früh um 7Uhr30 im Hotel abholen (hier dürfen wir freundlicherweise auch die Mopeds in der Garage stehen lassen, wir bleiben dann im Anschluss noch eine Nacht hier.

Danach machen wir uns gleich auf zum Masaimarkt, der nur einmal pro Woche, nämlich Dienstags, ist, welch Glück. Der Markt ist sehr schön und bunt und die Verkäufer sind nur ein bisschen aufdringlich, das kann man aber gut ertragen, man kommt so ja mit den Leuten auch ins Gespräch, dann nochmal ins Stadtzentrum, Nairobi anschauen, auf den Citymarkt und noch einiges mehr, abends möchten wir dann heute noch in die Pizzeria ums Eck (aber nur mit dem Taxi, sonst soll es zu gefährlich sein)….
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In Moyale

...dito

Sandpiste

Tag 45 – 19.08.2009 – Mittwoch –Kenia –Nairobi – Masai Mara

Um 6Uhr klingelt der Wecker, wie widerlich. Aber heute müssen wir mal zügig in die Puschen kommen sonst gibt es keine Safari.

Motto des Tages: „Auch ein schöner Tag kann mit einem sehr, sehr mittelmäßigen Frühstück beginnen.“

Dieses Frühstücksbuffet im Hotel erinnert mich an einen Aufenthalt im Hotel „The Nest“ in Francistown in Botswana. Da „logierten“ wir vor einigen Jahren. Und ganz unabhängig von der Wahnsinnsmatratze, auf der wir in der Mitte „zusammengefallen“ sind, so durchgelegen war die, gab es da morgens „Frühstücksbuffet mit Selfservice“. Es gab praktisch nichts aber für den Kaffee einen Wasserkochen. Der stand auf dem Buffet und wir haben versucht, den in Gang zu bringen. Ging aber nicht, weil er keinen Strom hatte. Wir haben gefragt und dann folgendes erfahren: der Wasserkochen hat nur ein ca. 25cm langes Stromkabel und die einzige Steckdose im ca. 100qm großen Raum befand sich ungefähr 5 cm über dem Boden. D.h. man musste sich auf den Boden begeben, um kochendes Wasser für den Kaffee zu bekommen, typisch Afrika, irgendwie aber auch nett!!

Unser Safari-Fahrer wartet dann schon an der Rezeption, sein Name ist Barry, er ist eigentlich ein Masai, das scheinbar gemütliche Leben als Fahrer und Safariguide sieht man ihm aber schon an, er ist nicht mehr der schlankste, sehr ungewöhnlich! Aber er ist sehr, sehr nett und spricht ausgezeichnet englisch ist aber Gott sei Dank kein Laberer (den Part habe ich in dem Auto schon übernommen, da kommt mir keiner dran!).

Wir fahren als erstes zum Aussichtspunkt am Riftvalley, sehr schön, sehr spektakulär, wir kennen das schon von damals. Dann geht es weiter über größtenteils sehr schlechte Straße in die Masai Mara und da gleich zu unserer wunderschönen „Tented Camp Lodge“. Die Zimmer sind noch nicht ganz fertig, wir sollen erst noch zu Mittag essen, das Restaurant ist super, das Buffet einfach der Wahnsinn. Hier gibt es fast alles, was das Herz begeht (ein Bayrischer Wurstsalat o.ä. ist aber bedauerlicherweise nicht darunter…). Wir greifen ordentlich zu, wer weiß, wann es nach der Masai Mara wieder so etwas Gutes zu essen gibt!

Dann können wir in die Zelte beziehen, die sind supertoll, wie seinerzeit in Afrika aber halt mit dem nötigen Luxus, genial, davor eine kleine Terrasse mit direktem Blick in den „Urwald“. Die Vögel pfeifen, von außen hört man verschiedene Tiere, traumhaft!

Um 16 Uhr holt uns dann Barry zum abendlichen Gamedrive ab. Die Landschaft ist wunderbar, wir sehen Löwen, Elefanten, Zebras und, und, und. Die Stimmung abends ist ganz besonders, es wird dann aber zügig etwas kälter als vermutet, wir sind froh, als wir dann wieder im Camp ankommen.

Die Zeit bis zum Abendessen vertreiben wir uns noch bei 2 Tusker-Bierchen, die es, man höre und staune, zur Happy Hour im Camp gibt. Es brennt schon ein großes Feuer, die Gäste sitzen da gern rum, es regnet ein bisschen.

Ein wahnsinniges gutes Abendessen rundet diesen wunderschönen Tag mit der ersten Pirschfahrt ab, wir gehen zurück zum Zelt. Da ist dann das Bett schon schön hergerichtet, wir sitzen uns noch ein bisschen auf die Terrasse.

Da kommt dann schnellen Schrittes jemand um die Ecke gebogen und ruft „Housekeeping, a bottle of warm water“. Ich denke mir noch, was ist denn das jetzt? Man glaubt es kaum, da bringt der doch glatt eine richtige Wärmflasche im blauen Fleecemäntelchen, eine Wärmflasche in der Masai Mara!?!, irgendwie geht das ja gar nicht!? Oder? Rein vorsichtshalber lege ich die dann aber doch unter die Bettdecke, wegtun kann man sie ja immer noch (tun wir aber nicht mehr….., es war schon recht angenehm). Eigentlich sollte man so etwas ja eher nicht erzählen, da sind zwei Abenteurer in Afrika mit den Motorrädern „auf die harte Tour“ unterwegs und freuen sich über eine Wärmflasche! Gute Nacht Afrika, einen schönen Tag hast Du uns beschert, super!

Tag 46 – 20.08.2009 – Donnerstag –Kenia – Masai Mara

Wieder Aufwachen um 6 Uhr, die Vögel pfeifen wunderschön, ein Genuss! Dann gleich zum genialen Frühstücksbuffet und um 7Uhr30 geht’s ganztägig mit Lunchpaket zum Pirschen los. Morgenstimmung in der Masai Mara, einmalig schön!!!!

Wir sehen einzelne Tiere, es ist noch sehr kalt, gut, dass wir unsere Fleecepullover dabei haben. Andere Gäste in der Lodge sind mit kurzen Hosen und T-Shirts hier angerauscht, die können kaum pirschen vor lauter Kälte, bei deren Autos bleibt dann auch das Aussichtsdach (das ist übrigens eine ganz geniale Sache!) geschlossen.

Wir sehen wieder Löwen, unter anderem zwei Brüder, ganz besonders schöne Exemplare, wie sie da dahingehen, keine Notiz von uns nehmen, sich kurze Zeit später unter einen Strauch legen und dann sogar noch Schnarchgeräusche von sich geben, irre, dass wir so etwas in Wirklichkeit aus nächster Nähe sehen können! Auch Elefanten, jede Menge Giraffen, Zebras etc. sehen wir, alles aber nur in dem Stil, wie wir es schon von zahlreichen anderen Safaris kennen. Dann machen wir einen kleinen Stoppe in einer anderen Lodge, da gibt es einen tollen Hippopool.

Weiter geht es und dann kommen sie, die riesigen Tierherden, tausende Zebras und mindestens 50- bis 100tausend Gnus, wahrscheinlich mehr, Gnus, so weit das Auge reicht, das ist vollkommen einmalig!!! Das begeistert uns total, wir können es kaum glauben, jetzt ist genau die richtige Zeit, die Tiere sind über den Mara aus der Serengeti gekommen und grasen da jetzt friedlich vor sich hin!

Nach einer Lunchpause geht es in dem Stil weiter, Gnus, so weit das Auge reicht…. Dann fahren wir weiter und auf einer Anhöhe sehen wir dann, wir können es kaum glauben, 4 Geparde, die liegen ganz gemütlich unter 2 Sträuchern und dösen vor sich hin. Mich freut es ja zusätzlich noch ganz besonders weil das wirklich auch tolle Fotos gibt, hoffe ich zumindest!

Jetzt geht es noch ins „ursprüngliche“ Masaidorf, ich wollte da unbedingt hin, um evtl. ein paar schöne Fotos zu machen. Der ganze Zirkus kostet 20Dollar „Spende für die Schule“ pro Person. Geboten wird aber außer Tourischeiß wirklich nichts. Der Masaiguide, sein Name ist William (das hat für mich den letzten Hauch von Masai-Abenteuer aus der ganzen Sachen genommen, nichts gegen William aber so darf doch kein Masai heißen, der sollte doch schon irgendwie „der den Löwen tötet“ oder „der das Rinderblut trinkt“ oder ähnlich heißen… Aber was soll`s, jetzt heißt der, der Christian einen Löwenzahn als Anhänger für 10 Dollar aufschwatzt, halt William! Ich merke das erst außerhalb, ich habe während des Zahnankaufs fotografiert, mir fällt nur sofort der Anhänger am Hals von Christian auf, der erste Anhänger seines Lebens, sehr gewöhnungsbedürftig!

Nach einem ereignisreichen Tag kehren wir dann ins Camp zurück. Abends wieder die gleiche Prozedur, heute gibt es aber tragischerweise keine Happy Hour, welch Frechheit, wir hatten uns nach einmal schon dran gewöhnt! Und er Tagesabschluss? Ja, heute erwarten wir ihn schon, denn netten Boy mit der Wärmflasche. Wie schon einige Tage vorher beschrieben: man gewöhnt sich an alles!

Tag 47 – 21.08.2009 – Freitag –Kenia – Masai Mara, dann zurück nach Nairobi

Heute müssen wir noch etwas eher aufstehen, heute geht es schon um 6Uhr30 los. Frühstück gibt es erst nachher. Wir machen uns vorher noch einen Tee im Zelt, auch gegen die Kälte!

Auch heute sehen wir wieder viele Tiere, ganz zu Anfang gleich eine große Elefantenherde, dann nochmal Löwen usw. Aber es ist schon wirklich kalt. Zurück im Camp sind wir ziemlich durchgefroren und freuen uns auf ein grandioses Abschlussfrühstück.

Dann treten wir die Rückfahrt an, die Piste ist teilweise lehmig und durch den Regen von gestern auch etwas nass. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass der gute Barry das Fahrzeug sozusagen „in der Lehm setzt“. Aber gleich so, dass definitiv gar nichts mehr geht. Gut, dass nach einiger Zeit ein Auto mit Kanadiern hält, der kann aber auch nicht helfen, der kann da gar nicht reinfahren. Gleich gesellen sich auch noch ein paar Masai dazu, selbst in der Situation wollen sie mir Schmuck andrehen, dazu habe ich aber gar keinen Nerv! Aber dann helfen sie schieben. Aber schieben und unterlegen, alles hilft nichts. Nach einiger Zeit kommt dann ein Allradfahrzeug, der nimmt Barry „an die Leine“ und zieht den Karren aus dem Dreck. Gott sei Dank geht es weiter.

Beim nächsten Tankstopp frage ich Christian, ob er schon bemerkt hat, dass Barry hinkt? Er sagt aber, dass das nur so aussieht, das liegt an dem ca. 20cm hohen Lehmfuss, den er sich abschütteln will!

Abends wieder in Nairobi im Hotel, mit den Motorrädern ist noch alles ok, wir gehen noch ins Restaurant Trattoria und essen Minestrone und Pizza.
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Wenn die Löwen...

...oder andere Katzen kommen...

...sollte man bewaffnet sein!

Aktualisierung: 2010/06/14 - 08:50 / Redakteur: Webmaster
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