banner6.jpg

Botswana

... tierisch gut!

Tag 62 – 05.09.2009 –Samstag–Sambia nach Botswana –von den Victoriafällen nach Kasane

Ein letztes Frühstück und dann „Good bye Sambesi Sun“, es war eines der schönsten Hotels auf der Reise. Und was wir gestern alles erlebt haben….

Wir hatten gestern überlegt, ob wir noch einen Tag bleiben aber es ist schon irgendwie komisch: mittlerweile werden wir nach 2 Nächten unruhig und möchten dann auch wieder weiterfahren, egal, wie schön es irgendwo ist! Es ist nämlich so, dass das Motorradfahren ja auch unser Hobby ist und wir es schon sehr genießen, auf schönen Straßen ziemlich allein dahinzubrausen. In Afrika ist bis auf die großen Städte sehr, sehr wenig Verkehr und an diese Einsamkeit beim Fahren kann man sich schon sehr schnell gewöhnen. Wir freuen uns dann immer wenn wir morgens wieder eine Ortschaft oder Stadt hinter uns gelassen haben. So auch heute da besonders Livingstone schon sehr touristisch ist. Bis zur Grenze nach Botswana sind es nur 70 km, danach noch eine paar Kilometer nach Kasane, mehr soll es heute auch nicht werden.

Gleich nach Livingstone müssen wir nochmal irgendeine seltsame Straßenbenutzungsgebühr bezahlen, ich fauche den Polizisten ein bisschen an, irgendwie ist das hier schon unverschämt, bei der Einreise, bei der Ausreise…..

An der Sambia- Grenze geht es dann relativ zügig und dann stehen wir gleich dahinter am Chobe-Fluss, hier müssen wir mit einer Fähre übersetzen. Die Fähre kommt nach einer halben Stunde, ich fahre dann noch ein bisschen runter Richtung „Roll-on“, es rollt sich aber zügig im Sand aus, ich grabe mich leicht ein, Gott sei Dank kommt Christian, der sein Motorrad schon auf der Fähre hat, zurück und fährt mir meines auch rauf! Und wenn schon peinlich dann natürlich immer vor vielen Zuschauern, damit halb Afrika was zu lachen hat!

Dann schippern wir gemütlich auf die andere Seite, da stehen dann ca. 200 Soldaten, das sieht gut aus. Ich sage aber noch zu Christian, ich trau mich nicht zu fotografieren, Militär und so… Dann sehe ich aber, dass ca. ein Drittel der Soldaten auf die Fähre her fotografiert! Wo haben die alle die Kameras her?

Roll-off auf der botswanischen Seite: da fahre ich dann todesmutig mit Vollgas den Kahn runter und den Sandberg rauf, man kann sich ja keine Blöße geben, das muss jetzt schon sitzen! Endlich werde ich wieder bewundert und der Flopp von der Sambiaseite ist vergessen! :-))

Der Grenzkäse in Botswana geht auch zügig, die sind sehr freundlich. Bevor wir nach Botswana reinfahren müssen wir nochmal vom Moped absteigen und durch ein Desinfektionsbad gehen, im Anschluss müssen wir mit den Motorrädern noch durch eine mit Desinfektionsmittel gefüllt Riesenwanne (da müssen auch LKWs durch) fahren und dann sind wir in Botswana.

Die erste Lodge (Kubu Lodge) ist leider ausgebucht, da hatte mir jemand den Tipp gegeben, dass die super sein soll. Schade, hat auch gut ausgeschaut, direkt am Chobe. Dann fahren wir zu nächsten, die haben zwar Zimmer aber die sind mir irgendwie zu dunkel und dafür zu teuer. Weiter geht es zu der Lodge, in der wir vor Jahren schon mal waren, die ist sehr schön aber auch wieder ausgebucht!

Dann finden wir noch die Chobe Marina Lodge, da bleiben wir dann. Absolute Wahnsinnszimmer, ein Wohnraum, ein Schlafraum und ein Bad, in der Größe vom Bad hatten wir schon Zimmer. Und eine tolle Terrasse, von der man direkt auf den Chobe sieht. Auf dem rasten wir uns dann auch gleich aus.

Später drehen wir noch eine Runde in Kasane und bekommen im Supermarkt endlich „unser“ Yogisip, ein Trinkyoghurt, das wir immer im südlichen Afrika trinken und das irgendwie unbedingt dazugehört! Wir sind schon sehr bescheiden, gell?!

In einer Bar direkt am Chobe genießen wir dann bei einem Castle Lager den schönen Sonnenuntergang bevor wir sehr hungrig zum Hotelrestaurant kommen. Und was gibt es da? Was zu Essen? Nein, erst ab 19Uhr geöffnet, ätzdend! Aber da kommen dann erst die ganzen Chobe- und Fluss-Safari-Heinzen zurück. Aber dann geht die Post am (etwas überteuerten) Buffet ab, alles sehr gut, griechischer Salat, Impalasteaks, Rinderwurst und vieles mehr direkt frisch vom Grill….

Zurück im Zimmer hat dann die gute Fee noch das Moskitonetz geschlossen, das Bettzeug aufgeschlagen und für jeden ein Täfelchen Vollmilchschoko auf dem Bett hinterlegt, traumhaft! Das könnte ich als liebe Gewohnheit auch gern nach Deutschland mitnehmen! Beim leisen Surren vom Ventilator kommt dann auch die afrikanische Nacht sehr schnell daher….

Tag 63 – 06.09.2009 –Sonntag–Botswana –Kasane

Morgens nach einer kalten Dusche (das gehört aber in den Bereich, den man selbst nicht mehr mit dem kleinen Werkzeug beheben kann…) geht’s dann zum Frühstück dann ausruhen vom Frühstück auf der Terrasse am Fluss und dann gleich wieder ins Activitycenter. Da buchen wir dann für heute nachmittags die Fluss-Safari von 15 bis 18 Uhr. Das wird bestimmt schön. Und für morgen früh um 6 Uhr buchen wir dann die Safari in den Chobe-Nationalpark. Vielleicht bleiben wir dann noch eine Nacht? Mal sehen.

Ich erledige dann überfällige Näharbeiten an der Fototasche (die nächste Stufe wäre, dass die zerfällt) und einiges andere während Christian mit seinem Moped und dann auch mit meinem zum Waschen fährt und dann erledigt auch er noch verschiedene andere Dinge, die man halt nach Wochen mal erledigen sollte.

Und jetzt noch eine kleine Anmerkung zum „Best of Afrika-Motorradfahrer“: für mich ist das sehr schön, dass ich den dabei habe, ein Vorteil ist z.B.: wenn der BoAM auf der Straße vor mir in einer Bodenwelle verschwindet dann weiß ich sofort: aha, schön abbremsen und dann langsam durchfahren, dann kann auch nichts passieren! Da bin ich dann gern der zweitbeste :-)) Jeder freut sich, der eine weil er der Beste ist, die andere weil sie schön ausweichen kann.

So und jetzt geht es los zur Fluss-Safari auf dem Chobe. Wir sind nur zu viert auf dem Boot, das gleich bei der Lodge ablegt, ein Japaner, eine Australierin und wir zwei. Der Guide ist auch recht nett, wir warten noch auf eine Platte mit Snacks, die Getränke sind schon an Board und dann drückt er das Boot weg vom Steg. Da ihm auffällt, dass er keinen Schlüssel hat wirft er die Leine aus und ein Typ vom Hotel zieht uns gerade noch rechtzeitig zurück. Na, hoffentlich reißt er sich auf der weiteren Fahrt ein bisschen zusammen.

Wir fahren in den Chobe Nationalpark rein, alle Bootsführer müssen sich da noch registrieren und den Eintritt zahlen. Und dann kommt nach ca. 5 Minuten schon das erste große Krokodil, faul liegt es da am Ufer und döst vollgefressen vor sich hin. Wir kommen mit dem Boot ganz nahe ran, super! Überhaupt ist die ganze Landschaft absolut schön, der Fluss, die Inseln, das „afrikanische“ Ufer.

Und dann kommen auch schon Hippos, die direkt vor uns auftauchen und dann aber scheinbar nicht gleich fotografiert werden wollen und wieder untertauchen. Wo ich auch durch die Linse hinschaue, sie ziehen sich zurück… Aber dann überliste ich sie doch, mit riesigen Augen schauen sie direkt zu mir, sehr freundlich!

Nach einiger Zeit, Krokodile sind schon keine Seltenheit mehr, tauchen dann Wasserbüffel am Insel-Ufer auf und eine Elefantenherde kommt auch daher, allerdings in einigem Abstand. Am Ufer sehen wir viele Impalas, Kudus, besondere Antilopen, Affen. Und dann ist da in der Ferne eine riesige schwarze Menge Tiere, das können eigentlich nur Elefanten sein. Sind es dann auch, eine Herde von über hundert Tieren, das Boot legt direkt an der Stelle an, an der die Herde trinkt, gigantisch, das ist für mich mit das allerschönste an Afrika, wilde Tiere aus nächster Nähe zu beobachten, da könnte ich Stunden sitzen und schauen. Es kommen immer mehr Elefanten nach, so eine Herde haben wir noch nie gesehen! Eine zweite Herde taucht auf, die gehen dann doch tatsächlich auch noch durch den Chobe durch auf eine andere Insel, spektakulär, wann sieht man so was schon mal?

Hier im Norden Botswanas am Chobe ist jetzt absolute Hochsaison für Tierbeobachtungen, im ganzen Umland gibt es kein Wasser mehr, die Tiere kommen alle an den Fluss! Welch Glück. Wir wussten schon, dass jetzt eine sehr gute Zeit ist aber soooo viele Tiere, wir sind einfach nur begeistert!

Eine Hippomutter mit einem kleinen Hippo daneben, das ganze bei dem tollen Licht und der lustigen Stimmung auf dem Boot, man möchte wirklich, dass die Bootsfahrt nie zu Ende geht, so schön ist das! Auch auf der Rückfahrt noch viele Elefanten, Giraffen, Hippos und und und! Das waren wirklich schöne Stunden auf dem Chobe, so etwas vergisst man nie!

Zum Abendessen im Hotel gibt es dann Buffet mit Fleisch, dass man sich grillen lassen kann. Wir nehmen beide Impalasteak, geschmacklick sehr gut aber ein „zäher Brocken“, den man dringend mit einem Castle Lager runterspülen muss!

Tag 64 – 07.09.2009 –Montag–Botswana –Kasane nach Nata

Aufstehen um 5Uhr, duschen, eine Tasse Kaffe auf der Terrasse und dann geht es los zum „early morning game drive“. Auch im Auto sind wir nur zu fünft, Gott sei Dank, jeder hat einen schönen Platz. Der Fahrer teilt noch Decken aus, es ist eiskalt! So, Christian, das ist jetzt der versprochene Südwinter, oder? Ich nehme mir gleich 2 Decken obwohl ich die Fleecejacke anhabe und wickle mir beide rum, doppelt hält besser! Dann geht es heute per Jeep in den Chobe Nationalpark.

Die Landschaft ist auch auf der Landseite toll, wir sehen zu anfangs hauptsächlich Vögel, dann kommen ein paar Affen, Impalas, alles eigentlich relativ langweilig wenn man an die Fluss-Safari von gestern denkt. Trotzdem ist es einfach schön, die Morgenstimmung, alles ganz ruhig, man hört nur die Vögel und zwischendrin unseren etwas lauten Fahrer. Ich denke mir schon, wenn der so weiterschreit (das macht er, damit der Japaner in der letzten obersten Reihe auch noch was versteht) dann verschreckt der eh alle Raubtiere. Außerdem nennt er jeden Tiernamen immer mindestens zweimal, irgendwie nervt er mich ganz leicht, ist er vielleicht Lehrer?

Irgendwann halten wir dann für eine kleine Frühstückspause direkt am Fluss, sehr schön. Mittlerweile kann man die Decken auch schon weglassen und im Fleecepullover fahren, es wird warm in Botswana. Tagesüber hat es hier ca. 32 Grad.

Auf dem Rückweg sehen wir Hippos, unser Fahrer und Guide sieht viele Löwenspuren, die mich aber nicht besonders interessieren, ich will den Löwen dazu sehen. Und der ist dann auch urplötzlich da, schön liegt er neben dem Weg, schaut teilweise direkt in die Kamera, er posiert, ein ganz ein braver. Mit vollgefressenem Ranzen liegt er da im ersten Sonnenlicht und lässt es sich gutgehen. Wir brechen nach einiger Zeit auf und da geht er auch dahin, ein schöner Löwe! Wären wir 5 Minuten später gekommen, wir hätten ihn nicht gesehen.

Zufrieden, weil wir laut Guide „Lucky ones“ sind kehren wir in die Lodge zurück und sorgen dann beim Frühstück dafür, dass wir einen ähnlichen Sättigungsgrad wie der Löwe erreichen. Köstlich!

Auf dem Weg zum Zimmer fragen wir uns, was da auf dem ganzen Gelände rumgesch….. hat, wir biegen um eine Ecke und da trifft uns fast der Schlag: eine riesengroße Wildsau mit gigantischen Hauern kommt auf uns zu, ein richtiger Brummer. Und diese Wildsau hat scheinbar nichts besseres zu tun als hier im Gelände zu fressen und dann gleich wieder….. Ich fotografiere und trete vor lauter Aufregung natürlich in einen Haufen rein, das kostet mich dann ca. 10 Minuten, ich muss die Schuhe mit diversen Sprays (Raumspray, Moskitospray) aus dem Bad bearbeiten, dann brauche ich noch das Shampoo, Klopapier und trotz allem muss ich diesen Schuh in eine Extratüte stecken, damit er die anderen 3 Schuhe geruchsmäßig nicht ansteckt, pfui Teufel!!!!!

Mein Vorderreifen liegt in den letzten Zügen, das Profil sieht mittlerweile aus wie ein Sägeblatt. Es rumpelt und nervt, der Reifen muss dringend gewechselt werden! Außerdem scheppert irgendwas ganz gemein, ich denke immer, es ist der Hauptständer, der da schleift?!? Bis Nata geht es noch dann muss da jetzt mal was passieren! Wir düsen auf anfangs sehr schöner Straße zügig dahin und irgendwo unterwegs blende ich Christian rein, dass er stoppen soll, er ist gerade an ein paar Elefanten an der Straße vorbeigefahren. Hier machen wir eine Pause und fotografieren mal ein bisschen. Das ist etwas Geniales an Botswana, dass einem praktisch allerorts Elefanten direkt an der Straße begegnen können, hier ist nichts eingezäunt, die Elefanten bewegen sich total frei im ganzen Land! Auch Affen sind direkt neben der Straße, man muss schon sehr aufpassen, damit man da keinen Zusammenstoß verursacht.

Und dann geht es nach ca. 200 km los, elendiglich schlechte Straße, genau genommen ca. 50 km mit die schlechteste Straße, die wir in ganz Afrika bisher befahren haben. Die Straße ist zwar geteert aber ca. 70-80% der Fläche sind Schlaglöcher, teilweise 2 Quadratmeter Grundfläche und 30 bis 40cm tief. Daneben ist auf ein paar Kilometer als Alternative teilweise extreme Tiefsandpiste, die wird vom einen oder anderen Landcruiser genutzt. Die schlingern da aber total rum und kommen dann bei nächster Möglichkeit auch zurück auf die „Lochstraße“.

Und dann läuft da plötzlich ein Elefant vor Christian über die Straße, ich kämpfe gerade mit den Schlaglöchern und denke mir noch, ich müsste da jetzt eigentlich stehenbleiben und ganz schnell ein Foto machen. Gleichzeitig geht mir aber durch den Kopf, dass ich bei den vielen Löchern leicht umkippen könnte und vielleicht kommt der Elefant dann ja zu mir her?!? Ich könnte mich dann ja samt Motorrad im Höchstfall in einem großen Schlagloch verstecken und ob das dann wirklich so gut wäre? Auf jeden Fall: bis ich mit meinen Überlegungen fertig bin ist der Elefant eh schon am Wasserloch direkt neben der Straße und fototechnisch damit praktisch erledigt. Also weiter durch diese verdammten Schlaglöcher… Es geht ewig so dahin nur das letzte Stück vor Nata ist wieder erträglich.

Ich wollte unbedingt bis Nata weil es da die „Nata Lodge“ gibt, da waren wir schon bei den letzten 2 Botswanabesuchen und die hat mir ausgezeichnet gefallen. Wir fahren in die Einfahrt zur Lodge (sehr sandig!!!) und dann wird da gerade ein Dach gedeckt. Ich denke natürlich sofort, dass die geschlossen ist. Aber die Rezeption ist daneben und sieht nagelneu aus. Ich frage nach einem Chalet, die haben auch eines, ich möchte wissen, ob es auch eines von denen mit Outdoor- Dusche, Badewanne auf Füssen hinter dem Bett und so weiter ist, ist es! Aber: die Lodge ist vor fast genau einem Jahr abgebrannt und die Besitzer haben die wieder genau so aufgebaut und - welch Glück!!! - vor 2 Tag wieder eröffnet. Sie haben erst 12 Chalets wieder fertiggestellt und auch nur noch eines frei, also wenn das kein Wink des Schicksals ist! Ich schau mir das Chalet an, es ist wie beim letzten mal, einfach nur schön, groß, super Terrasse! Hier bleiben wie jetzt 2 Tage, erstens weil es so toll ist und zweitens weil wir hier endlich Reifen wechseln müssen!

Abends essen wir dann noch im schönen Restaurant unter dem gigantischen afrikanischen Sternenhimmel. Wir bekommen die Speisekarte, eine laminierte DIN A4 Seite mit 6 Gerichten drauf und dem Hinweis dazu, dass es 5 davon nicht gibt! Christian nimmt 2 Vorspeisen, die es gibt, ich nehme das T-Bone-Steak, möchte es gern well done, bin aber bei „Lieferung“ überzeugt, dass es das gar nicht ist, ich kann es aber beim romantischen Licht der Petroleumlampen nicht genau überrpüfen und darum schmeckt es mir dann doch recht gut. Trotzdem muss es vorsichtshalber mit einem Castle Lager runtergespült werden, man weiß ja nie!

Heute beschließen wir noch, dass wir nicht über Namibia nach Südafrika fahren, wir lassen das ganz aus. Grund dafür ist, dass wir mit den Motorrädern ja nicht in den Etosha-Park dürfen, dass wir Windhuk schon kennen, ebenso Swakopmund, Sossusvlei und die Namib. Die andere Strecke von Windhuk direkt in den Süden über Marienthal usw. ist eher eintönig, auch die kennen wir schon. Und wegen den 2 Highlights im Süden möchten wir nicht so weit fahren. Also fahren wir wahrscheinlich über Gaborone nach Südafrika und dann schauen wir mal weiter.

Tag 65 – 08.09.2009 –Dienstag–Botswana –Nata

Gut schläft man in diesen neuen Chalets mit dem frischen Holzgeruch. Christian hat nächtens die große Moskitotür nochmal mit der Glastüre innen verschlossen und den Ventilator ausgeschaltet! Ja, so sieht der Südwinter halt mal aus, die Tage sehr warm hier und nächtens angenehm kühle Temperaturen, damit man gut schlafen kann.

Nach dem Frühstück geht es dann gleich ins 10 km entfernte Nata, da suchen wir dann jemanden, der uns die Reifen wechseln kann (d.h. Christian baut die Reifen aus und die Reifenheinzen machen dann die alten runter und die neuen drauf. Christian baut dann alles wieder an die Motorräder dran). Direkt neben der Straße an der großen Tankstelle finden wir dann auch eine „Werkstatt“, d.h. da liegen ein paar Reifen, da stehen 5 Männer und die bieten das dann an. Christian handelt den Preis aus und wir sind froh, dass wir jemanden gefunden haben.

Mein Hinterrad ist zügig ausgebaut und wird den Herren übergeben, die spielen sich dann endlos lang, normalerweise machen die halt schlauchlose LKW-Reifen, das Feingefühl für die Motorradreifen fehlt ein bisschen. Währenddessen baut Christian auch sein Hinterrad aus, ohne Kette geht das natürlich nochmal schneller. Die Wechsler spielen sich und spielen sich. Christian bringt Ihnen dann unsere Montiereisen, die selbst haben nur Brecheisen, das kommt gut an unseren Motorrädern! Die bewundern dann Christians Werkzeug (auch die Ratschen etc.) total, ebenso seinen Hinterreifen mit den schlauchlosen Reifen trotz Speichen.

Zum Aufpumpen haben die dann einen Kompressor, der ist aber äußerst grobschlächtig und hat keine Mess-Skala. Also alles auf Verdacht. Wir überprüfen alles nochmal mit unserem eigenen Kompressor, da sind wir mittlerweile aber auch nicht mehr ganz sicher, wie sehr es die Skala verschoben hat und so fährt Christian mit den Mopeds zur nächsten „Garage“, da kann er die Luft dann tatsächlich überprüfen. Das Ganze hält natürlich total auf und so dauert alles insgesamt ca. 3 Stunden bis wir die 4 Reifen gewechselt haben. Neugierige Kinder kommen und schauen, Ziegen düsen vorbei, langweilig wird es also nicht! Abschließend gehen wir noch in das einzige Restaurant an der Tankstelle, trinken etwas und essen dazu einen Biltong-Snack, sehr gut!

Dann fahren wir noch ein bisschen durch die Gegend, ein völlig neues Fahrgefühl, prima! Zurück in der Lodge hoffen wir, dass morgen früh noch überall die Luft drin ist!
Bitte auf die Bilder klicken...

 

 

 

 


 

 

Chobe, der Nationalpark

auf dem Chobe...


Tag 66 – 09.09.2009 –Mittwoch–Botswana –Nata - Gaborone

Leider möchte Christian nicht mehr nach Maun und dann von da aus ins Okavangodelta, wir hatten da eigentlich 5 Tage vorgesehen. Er meint aber, dass wir jetzt schon genügend Tiere gesehen haben. Ich wäre aber trotzdem gern noch reingeflogen, jetzt ist allerbeste Zeit!

Morgens wieder Frühstück im Freien, wir treffen noch ein deutsches Ehepaar, die haben einen Camper mit Dachzelt, hatten gestern abends aber noch einen Platten und so sind sie auch in das letzte der schönen Chalets eingezogen. Nach einer netten Unterhaltung verschwinden wir dann Richtung Süden.

Die Straße ist einwandfrei und wir schaffen den langen Weg nach Gaborone an einem Tag. Nur zwischendrin gibt es immer wieder die Zäune und die Kontrollen wegen der Rinderseuche. Uns lassen die aber immer durch, in den Aluboxen an den Motorrädern vermutet niemand Steaks und Milch und ähnliches.

In Gaborone nehmen wir dann auch gleich so ziemlich das erste Hotel, das wir sehen. Victorianischer Stil bis zum Erbrechen, fast schon eine Beleidigung für`s Auge aber was soll`s, es wird gleich dunkel. Das eine und andere Castle Lager hilft über den überladenen Wahnsinn hinweg….
Aktualisierung: 2010/06/14 - 08:52 / Redakteur: Webmaster
zum Seitenanfang | eine Seite zurück | 'druckerfreundliche' Seite anzeigen