banner3.jpg

Ägypten

...ein (Alb)Traum wir wahr...

Tag 14 - 19.07.2009 – Sonntag – Jordanien - Ägypten

Gleich vorweg genommen: sollte irgendjemand etwas an der deutschen Bürokratie zu beanstanden haben, dem sei ein Grenzübertritt nach Ägypten empfohlen. Hochzufrieden wird jeder gern zum deutschen Amtsschimmel zurückkehren.

Aber der Reihe nach: morgens ist Christian mit dem Taxi zum Maritimbüro zwecks Fährtickets gefahren. Das hat ziemlich anstandslos geklappt. Ziemlich heißt einfach, dass sich jede Kleinigkeit hinziiiiiieht!

Um 10Uhr30 sind wir aus diesem doch leicht preßluftschuppenmässigen Hotel in Aquaba Richtung Hafen gefahren, die Grenzformalitäten waren wieder ein wahrer Graus, die Leute sind diesen widerlichen Beamten ausgeliefert und warten wie die Tiere an der Tränke, dass sie gütigerweise abgefertigt werden. Wenn ich da was zu sagen hätte, würde kein Stein auf dem anderen bleiben!

Nach ca. 2 Stunden dürfen wir dann auf die Fastferry, die von Aquaba nach Nuweiba angeblich eine Stunde braucht. Vor der Fähre hat es ca. 35 Grad, innen ca. 15 Grad. Erst sieht alles recht weitläufig und großzügig aus bis die Pilgergruppen aus Mekka kommen. Da geht dann die Post ab, einer zeigt uns ein Video auf seinem Handy, wie das in Mekka so abläuft. Das ist echt interessant und der hat das auch schön gemacht. Beim ca. 15. Video (weil uns ja jeder seines zeigen muss, obwohl die für uns alle gleich sind) wird`s aber allmählich elendig langweilig. Dann ist da noch dieser kleine Junge, dieser ägyptische Gschaftler, der seinen Mund nicht halten kann und dauernd sein mieses Englisch anbringen will… Wie gesagt, eine Zeit lang geht alles, irgendwann nervt`s aber dann.

Und das fast von der ferry könnten sie sich eigentlich auch sparen, mittlerweile sind wir mehr als 2,5 Stunden bei 15 Grad Kälte unterwegs. Dann legt er an, Laien wie wir gehen natürlich zur Tür, in der Hoffnung, der drohenden Unterkühlung doch noch zu entkommen. Fehler! Es dauert nochmal ca. eine dreiviertel Stunde bis wir raus dürfen.

An Bord musste man noch das Schweinegrippeformular ausfüllen, dann werden alle durch ein Gebäude mit Sonderschalter getrieben, meiner Meinung nach sinnlose Schikane, Christian meint aber, dass da ein Wärmescanner gewesen wäre??!!

Raus aus diesem Gebäude und dann geht der größte Grenzwahnsinn unseres Lebens los. Man muss schon ein ganz ausgesuchter Masochist sein oder einen wirklich guten Grund für einen Grenzübergang nach Ägypten haben (bei uns trifft ja zwecks Sommer und Afrika beides zu…), wenn man mit dem eigenen Fahrzeug nach Ägypten einreist!

Das Ganze hat insgesamt nur für Ägypten ca. 3 Stunden gedauert (wir haben`s aber vorher gewusst, es ist allseits bekannt). Um etwa 19Uhr 30 waren dann beide ägyptischen Kennzeichen montiert und wir konnten den ganzen Widerlingen (und ägyptische Beamten sind durch und durch Widerlinge, da stehe ich zu 100% dazu!!!!!) den Rücken kehren.

Mein einziger Wunsch während des gesamten Einreisevorgangs war, so schnell wie möglich wieder aus diesem Sch…land auszureisen. Eigentlich hatten wir uns ja seinerzeit bei der Nilkreuzfahrt schon geschworen, nie wieder nach Ägypten zu kommen.

Dann sind wir zum nächstbesten Hotel, auf den ersten Blick war alles ganz schön, insgesamt gesehen war es aber eine ganz gemeine Absteige. Es war das erste Hotel von allen bisherigen Reisen, bei dem es zum Abendessen im Hotelrestaurant keine Möglichkeit gab, irgendetwas zu trinken zu bestellen. Christian ist wieder rausgegangen und hat unseren Getränkevorrat aus den Reservereifen geholt. Dabei hat er gleich ein paar Ägypter zur Schnecke gemacht, die haben ihre 3 Kinder auf mein Moped gesetzt. Christian hat dem Vater gesagt, er soll ihm den Wohnungsschlüssel geben, er würde sich einstweilen auf deren Couch legen….

Außerdem war das Essen unglaublich bescheiden, es hat nicht geschmeckt. Aus der Hotelbar haben wir dann noch ein „Luxor-Special“ mitgenommen, dazu 2 Plastikbecher. Ich dachte natürlich, das wäre alkoholfrei, war es aber nicht, es war ganz normales Bier, das beste am ganzen Hotel.

Die Nacht war dann aber bis auf das übliche „Klimaanlage zu heiß, zu kalt, zu heiß…“ ganz ok.


Tag 15 - 20.07.2009 – Montag – Ägypten – Nuweiba nach Sharm el Sheik

Heute Morgen bin ich als erstes um ca. 6Uhr auf den Balkon und habe den Sonnenaufgang über Meer und Bergen beobachtet, beim Blick nach rechts sind 3 Kamele langsam dahin geschlichen, das war schon sehr schön!
Das Frühstück war ähnlich wie das Abendessen, evtl. noch einen Hauch schlechter - aber was soll`s. Und der Frühstücksraum war auch nicht klimatisiert. Ich habe zu Christian gesagt, dass man sich bei solchen Temperaturen einfach nicht rühren darf, dann ist das alles nicht so schlimm. Er hat mich dann gleich gefragt, ob ich damit auch meine, dass er mit dem Kauen aufhören soll…

Dann die Fahrt durch sehr schöne Landschaft, es ging zügig bis über 700m hoch, da war es vergleichsweise kühl und angenehm.

Solange man fährt ist das ganze sowieso kein Problem, auch der Wind, der teilweise wie direkt aus der Hölle von der Seite bläst ist mittlerweile gern gesehen, er kühlt recht schön. Also genau genommen gewöhnt man sich an jeden Scheiß!

In Sharm el Sheik sind wir rumgefahren und haben uns die Hotels angeschaut, dann sind wir in`s Internetcafe und haben bei HRS per „Hot Deal“ ein 5 Sterne-Hotel bekommen (d.h., die Kreditkarte wird sofort belastet, man kann nicht mehr stornieren, das wollten wir aber um 13Uhr30 eh nicht mehr. Der Preis ist dann natürlich auch günstiger.
Da haben wir dann aber an der Rezeption den Manager kommen lassen, die haben das scheinbar nicht gleich von HRS bekommen, da gab`s ein bisschen Streit. Dafür haben wir jetzt ein besseres Zimmer bekommen.

Und jetzt schauen wir uns dieses Sharm el Sheik noch ein bisschen genauer an, vielleicht bleiben wir nur bis morgen (wenn wir für die Fähre nach Hurghada für morgen heute noch Tickets bekommen) ansonsten geht die nächste Fähre am Donnerstag.

Und bevor ich`s vergesse: Neuer Temperatur-Highscore 43,5 Grad.

Und @ Thomas: wir wundern uns auch jeden Tag auf`s neue, warum es in Afrika so warm ist, wir dachten, hier wäre alles kühl wie in den Alpen ;-))

So, ca. 2 Stunden später: Die Fastferryfirma, mit der wir eigentlich von Sharm el Sheik nach Hurghada fahren wollten, hat vergessen, den Zusatz „wir befördern auch Fahrzeuge“ vor 2 Jahren aus dem Internet herauszunehmen und eine andere Möglichkeit gibt es auch nicht, per Schiff rüberzukommen. Das heißt im Klartext, dass wir morgen wieder gen Norden fahren und dann über den Suezkanal rüber nach Suez, dann runter nach Hurghada. Mal sehen, ob uns der kleine Umweg von ca. 750km Spaß macht, muss er aber wohl…
Bitte auf die Bilder klicken...

 

 

 

 


 

 

...der ganz normale Wahnsinn



Tag 16 - 21.07.2009 – Dienstag – Ägypten –Sharm el Sheik - Kairo

Beim ADAC habe ich im Infoblatt zu Ägypten gelesen, dass es auf dem Sinai praktisch kein bleifreies Benzin gibt, und gutes Normalbenzin auch nicht. Und ich habe mir auch gleich gedacht, dass das nicht stimmt, im Jahr 2009, auf dem gesamten Sinai???!! Fehler! Es ist so, meistens gibt es nur 90 Oktan, manchmal 92!
Zusätzlich gibt es aber das Problem, dass es überhaupt nur an jeder 4. oder 5. Tankstelle Benzin gibt, manche haben gar nichts, andere ausschließlich Diesel. In Sharm el Sheik will uns noch einer an der Tankstelle ein „Additiv“ zum miesen Benzin dazu verkaufen, wenn wir nehmen es. Wenn es hier nicht mal bleifreies Benzin gibt bezweifle ich allerdings, dass das ein Additiv ist, vermutlich eher Senfsoße oder ähnliches!

Also zupfen wir heute wieder gen Norden den Sinai rauf nach Suez. Rechter Hand Wüste, linker Hand zum größten Teil direkt am Meer entlang, teilweise sehr schöne Ausblicke und durch die Meernähe auch angenehm zu fahren. Bis auf die wenigen nicht meernahen Streckenabschnitte.
Die Straße ist größtenteils gut, dann kommen wir unter dem Suezkanal durch und sind um genau 16Uhr12 endlich in Afrika! Das feiern wir dann auch gleich mit einem schönen kühlen Mineralwasser gleich nach dem Suezkanal, super!!!!!!

Dann fahren wir nach Suez rein auf Hotelsuche, das ist aber so wie`s aussieht eine Stadt, die kein Hotel braucht, hier will definitiv keiner übernachten. Also nehmen wir die nächste kleine Änderung in`s Programm auf und beschließen, da wir ja eh schon um`s Eck sind, dass wir heute noch nach Kairo fahren und dann morgen die Pyramiden etc. anschauen.

Auf dem GPS haben wir nur eine Ringstraße in Kairo, die Hauptstraße durch`s Zentrum von Kairo und einige Punkte wie eben die Pyramiden.
Und das ist dann wirklich ein Erlebnis der besonderen Art: Abends zur Rushhour durch Kairo auf Hotelsuche, welches Hotel war dann schon ziemlich wurscht, Hauptsache ein Parkplatz für die Mopeds ist mit dabei. Erstes Hotel zwecks Veranstaltung ausgebucht, zweites Hotel wäre das Oberoi gewesen, da wollten wir aber zwecks Anschlagsangst gar nicht fragen, dann hat uns ein Taxler einen Tipp für ein Hotel in der Nähe gegeben, das war dann auch ganz ok. Das hatte eine Tiefgarge, die allerdings nur ca. 1,60m hoch war…
Mir ist jedenfalls während der Fahrt der Schweiß den Rücken runtergelaufen, das ist mir bisher noch nicht passiert….

Beim Einchecken in`s Hotel um ca. 20Uhr hat es in Kairo übrigens immer noch 39 Grad! Dann noch im auf Kühlschranktemperaturen heruntergekühlten Restaurant nebenan eine Minestrone und ein Sandwich, dann hat`s aber auch gereicht.
Wir haben dann noch übereinstimmend festgestellt, dass man auf der ganzen Welt an jedem Ort fahren kann, wenn man so eine Fahrt durch Kairo überlebt!

Abschließen von unserem Balkon aus noch ein supertoller Blick auf die beleuchteten Pyramiden, das war schon was !!!!

Tag 17 - 22.07.2009 – Mittwoch – Ägypten – Kairo

Morgens sind wir dann ein ganz kurzes Stück zum Eingang der Pyramiden gegangen und das, was wir dann gesehen haben, war dann schon ganz schön beeindruckend, wirklich gigantisch!
Wie die das jemals fertig gebracht haben? Wir sind das alles dann abgelaufen, mit den Kamelfritzen wollten wir nichts zu tun haben, die nerven wie die Fliegen! Obwohl ich mir`s noch schlimmer vorgestellt habe!

(Kleine Anmerkung zwischendurch: ich schreibe das ganze hier in Luxor bei 44 Grad am Pool, Christian, der das mit den ganzen Berichten, Fotos etc. ja eigentlich initiiert hat, liegt neben mir und schläft auf seiner Liege vor sich hin!!!!)

Dann schauen wir uns natürlich noch direkt vor den Pyramiden die Sphinx an, auch sehr beeindruckend, überhaupt ist das alles super! Nach einem kühlen Getränk geht`s dann weiter zur Citadelle und Alabastermoschee, wirklich wunderbar!
Gegen abends dann noch in den großen Basar, da ist es dann schon sehr schade, dass wir mit den Motorrädern da sind und nicht mit leeren Koffern, die wir hier schön füllen könnten!

Tag 18 - 23.07.2009 – Donnerstag – Ägypten – Kairo - Hurghada

Wir beschließen, die Küstenstraße nach Hurghada zu fahren. Da auch diese Strecke größtenteils direkt am Meer entlang führt, gibt es auch hier superschöne Ausblicke, teilweise Karibikstrände (nur die Palmen fehlen halt…).

Zwischendrin sieht es aber auch mal aus wie auf der Müllkippe, unglaublich dreckig! Und dann gibt es a Resorts, irgendwo im Nirgendwo, nichts außen rum, ich überlege schon, wenn ich hier ankommen würde und da 2 Wochen verbringen müsste: aus wäre es, da müsste einem schon alles egal sein! Dazwischen drin Bohrinseln im Meer, auch sehr interessant.

Gegen abends kommen wir dann in Hurghada an und eigentlich sind wir der Meinung, dass wir hier jede Menge leere Hotels vorfinden, aber: Fehler, es ist praktisch alles ausgebucht, wir können es kaum glauben, dass es so viele Verrückte wie uns gibt! Auch viele Deutsche sind hier (na Gott sei Dank, oder?)

Mit wirklich Mühe und Not haben wir noch ein freies Zimmer im „Intercontinental“ in Hurghadda gefunden. Da standen dann wenigstens auch die Mopeds relativ gut. Eigentlich wollten wir noch in`s Internet aber das ist in Ägypten wie auch schon in Syrien und Jordanien sündhaft teuer (nicht schnell, nur teuer!!!), d.h. im Internetcafe ca. 6 Dollar pro Stunde, im Hotel ca. 10 Dollar pro Stunde oder ca. 18 Dollar für 24 Stunden. Also sind wir noch ein bisschen rumspaziert… (Übrigens auch ziemliche Penner in diesem Hotel)

Tag 19 - 24.07.2009 – Freitag – Ägypten – Hurghada - Luxor

Auch hier: kein bleifreies Benzin, die armen Mopeds, so schlechte Verpflegung! Durch beeindruckende Landschaft, sehr bergig und kurvig, fahren wir durch die Stein- und Sandwüste Richtung Osten. Viele, viele Polizeikontrollen, alle sind aber sehr freundlich und überall kommen wir ohne jegliche Schwierigkeiten durch. Alle schauen natürlich immer wegen den Motorrädern aber das kennen wir ja schon.

Ab Quena geht`s dann Richtung Süden, d.h. direkt Richtung Luxor. Es ist eine traumhaft schöne Fahrt entlang einem Nil-Seitenarm, alles grün, alles glänzt in der Sonne, echt toll! Man könnte noch viel öfters als wir das tun anhalten und fotografieren.
Da nehmen die Kontrollen dann aber zu, ca. alle 2 Kilometer muss man durch Gitter und über kleine Hügel an den Kontrollen vorbei, aber auch hier alle freundlich! Und dann kommen wir in Luxor an, hier haben wir uns schon vorab nach Hotels im Internet erkundigt, wir fragen aber als erstes im „Steigenberger Nil Palace“, die Zimmer hier sind wirklich vergleichsweise günstig. Aber auch hier sind wir überrascht, wie viele Gäste da sind, man glaubt es ja kaum. Die Motorräder stehen irgendwie nebenan auf einem bewachten Parkplatz, der Hotelmanager hat uns zu dem gebracht.
Abends gehen wir dann noch zum Luxor Tempel zum Fotografieren, supergeniales Licht!! Dann sitzen wir noch in einem schönen Cafe direkt auf Wasserhöhe mit dem Nil und schauen uns da den Sonnenuntergang an, sehr schön!!!!!! Danach geht`s nochmal zum beleuchteten Luxor Tempel zum Fotografieren, auch einfach nur schön! Ein Essen im Thairestaurant im Hotel schließt diesen schönen Tag ab.

Tag 20 - 25.07.2009 – Samstag – Ägypten – Luxor

Eigentlich war geplant, heute nach Assuan weiterzufahren aber es gefällt uns hier im Hotel und in Luxor so gut, dass wir beschließen, noch eine weitere Nacht zu bleiben.

Um 9 Uhr sind wir dann auch schon unterwegs zum Luxor Tempel und zum Basar bzw. zum Markt. Wir fahren mit der Kutsche, das ist sehr gemütlich. Obwohl die Verhandlungen natürlich nerven (vor allem, wenn`s um einen Gesamtendpreis von ca. 1,50 Euro geht). Jetzt kann natürlich jemand kommen und sagen, ja warum handelt man denn dann eigentlich … Nur der Ausgangspreis sind ca. 8 Euro, darum handelt man dann immer wieder!

Ich bin schon der Meinung, dass man handeln kann aber nicht immer wegen jeder Flasche Mineralwasser für 20 Cent und wegen jedem Kleinkram. Da schauen sich die Händler dann immer an, wie viel die jetzt nehmen sollen… Und man weiß definitiv immer, dass man betrogen werden soll. Es mag ja den einen oder anderen geben, der darauf steht und der nichts Besseres zu tun hat, wir aber eigentlich schon.

Und wenn man das eben auch so unmittelbar vergleichen kann: in der Türkei war das Gegenteil der Fall, die Leute da waren durch die Bank absolut super gastfreundlich, nicht mehr ganz so toll war`s in Syrien, Jordanien wird man dann noch mehr ausgenommen (oder würde man, wie schauen schon, dass es möglichst wenig passiert…) und in Ägypten ist es dann halt ganz schlimm, hier wird man ohne jede Ausnahme „gsaggld“ bis zum Abwinken!

Aber ansonsten hat Ägypten natürlich jede Menge zu bieten!
Es gibt hier in Luxor viel zu sehen und auch viel zu fotografieren, super!! Und abends haben wir jetzt noch eine Felukenfahrt gemacht, das war einfach nur genial, absolut schön!
Bitte auf die Bilder klicken...

 

 

 

 


 

 

Momente die entschädigen...

Ankunft in Kairo

Tag 21 - 26.07.2009 – Sonntag – Ägypten – Luxor - Assuan

Weiter geht die schöne Fahrt direkt am Nil entlang, die Kontrollen nehmen zu aber alle sind ausgesprochen freundlich. Die Temperatur ist angenehm, wir sind schon um 8 Uhr unterwegs.

Nubische Dörfer am Straßenrand sind teilweise auch recht nett. Nur wird man auch hier auf dem Land an jeder Ecke „gsaggld“, einmal kommt sogar die Polizei und halbiert den Preis…

Ich mache einen Fotostopp in einem nubischen Dorf, Christian braust weiter, merkt dann aber wie üblich, dass ich nicht nachkomme und kehrt um. Dann macht er den Fehler, dass er nach links abbiegen will und fährt auf die linke Straßenseite, damit der hinter ihm rechts gut vorbeikommt. Das sollte man hier in Ägypten aber ja nicht machen, da muss man zum Linksabbiegen auf die rechte Seite der Straße dann stehenbleiben bis hinten keiner mehr kommt, erst dann geht das Abbiegen. So wird er jetzt ausgehupt und die Leute aus dem Dorf schelten ihn auch und wahrscheinlich sagen die: „Hast Du keine Augen im Kopf???“ Gott sei Dank ist das nochmal gut ausgegangen!

Gestern abends haben wir über HRS noch ein tolles Hotel in Luxor gebucht, das Mövenpick auf Elephant Island (Hier mal ein Preisbeispiel: 58 Euro pro Zimmer incl. Supertollem Frühstücksbuffet). Beim Buchen habe ich über das Wort Island im Namen nicht weiter nachgedacht, ich habe nur gesehen, dass die eben auch eine bewachten Parkplatz haben. Der war aber dann natürlich auf der einen Nilseite und wir mussten mit der Fähre auf die autolose Insel übersetzen. Das gab natürlich auch wieder ein bisschen Streit weil der Portier kein Englisch konnte usw. Hat sich dann aber alles gelegt.

Angekommen in den schönen Zimmern waren wir dann aber schnell versöhnt. Die Zimmer sind im nuibischen Stil eingerichtet, wenigstens mal ein bisschen Abweichung von den zwar tollen aber immer gleichen Hotels. Wir sind dann noch durch die Stadt und haben auch abends nochmal einen schönen Ausflug gemacht.

Und abends haben wir auch noch versucht, von der Touristenpolizei zu erfahren, wie wir an die Ausreisebescheinigung kommen (die braucht man unbedingt, da gibt man die Nummernschilder zurück und man bekommt die Bescheinuígung, dass man sich nichts zuschulden kommen lassen hat). Bei dieser Touristenpolizei war so ein absoluter Volldepp unterwegs, man kann`s gar nicht schildern, der war definitiv zu Allem zu blöd! Jedenfalls sind wir mit diesem Affen durch halb Assuan… . Irgendwann habe ich zu ihm gesagt, dass er jetzt endlich mal sagen soll, was wir hier eigentlich machen, ich gehe keinen Schritt mehr mit. Dann haben wir nach einem Telefonat, das er von seinem Telefon aus geführt hat (vorher hat er gefragt, ob wir ein Telefon dabeihätten, was wir natürlich verneint haben, so weit kommt`s noch!!!) Jedenfalls wollte er dann natürlich noch Bakschisch für seine Tätigkeit als Touristenpolizist, ich habe zu Christian gesagt, er soll ihm nichts geben, der hat ihm aber dann, was ich noch viel besser finde, eine Münze im Gegenwert von ca. 6 Cent gegeben. Das dumme lange Gesicht wäre auf jeden Fall ein Foto wert gewesen!

Noch ein gutes Essen und dann ab in`s Bett, wir müssen den Polizeikrempel morgen früh erledigen und um 10 müssen wir an der Fähre sein.

Tag 22 - 27.07.2009 – Montag – Ägypten –Assuan – der lange Weg auf die Fähre in den Sudan-

Morgens also um 8 Uhr gleich auf zur Taraficpolice, das hat uns gestern noch einer gesagt, dass wir dahin müssen. Wie könnte es hier in Ägypten anders sein: die wissen natürlich von gar nichts. Wir fahren weiter zur nächsten größeren Polizei, die wir im GPS haben, die wissen eigentlich auch nichts und schreiben uns auf arabisch auf, wohin wir müssen. Auf der Straße fragen wir direkt vor der Polizeistation mehrere Leute, wo das das sein könnte, alle kommen zur übereinstimmenden Auskunft: das ist da, wo wir gerade stehen, die haben also die eigene Adresse aufgeschrieben. -

Da es mittlerweile zu spät für weitere Polizeibesuche ist beschließen wir, zur Fähre zu fahren, wir müssen die erreichen ansonsten ist unser Sudanvisum ungültig!!!! -

Die Fähre liegt ca. 15 sehr schlechte Straßenkilometer außerhalb von Assuan. Ziemlich entnervt kommen wir um 5 vor 10 an der Fähre an, da stehen schon 2 Engländer (Ian und Ryan), ebenfalls mit Motorrädern. Mr. Salah, bei dem wir die Fähre reserviert haben, kommt gleich her und sagt uns, dass wir eigentlich schon gestern früh hätten hier sein sollen (was wir natürlich nicht wussten!!!) und dass wir jetzt zurück nach Assuan müssen. -
Ian und Ryan bestätigen das, man muss tatsächlich zu verschiedenen Polizeistationen… Jetzt kommt aber wirklich Panik auf, das schaffen wir zeitlich keinesfalls mehr!!! Ryan sagt uns, dass sie gestern insgesamt ca. 5 Stunden gebraucht haben, um das alles zu erledigen. Und dazu 2 Fahrten miese Strecke (einfach haben wir hierher mehr als 0,5 Stunden gebraucht). Und wir wissen ja nicht mal, wohin wir müssen.

Jetzt scheint der Traum von Afrika irgendwie zu platzen!!!

Ryan mit seiner KTM ist superfreundlich, setzt seinen Helm auf und fährt mit uns zurück in die Stadt, im Vorbeifahren zeigt er auf eine Polizeistation, in der wir eh schon waren und dann fährt er mit uns weiter zu einer Station, die hätten wir nie gefunden (beide haben das ganze auch nur gefunden, weil sie seit 5 Tagen in Assuan waren). Christian hat noch angemerkt, dass er gar nicht wusste, dass ich so Motorrad fahren kann. Ehrlich gesagt bin ich in ziemlichem Tempo hinter Ryan wieder nach Assuan „reingeflogen“, da ist mir das erste mal in meiner Motorradkarriere aufgefallen, dass es wirklich stimmt, dass man Schlaglöcher und Wellblech nicht so stark merkt, wenn man nur schnell genug dran ist….

Da war also jetzt die Stelle, an der alles für die beiden 4 Stunden gedauert hat. Also mussten wir diese Schmierenkomödianten geldmäßig zum schnellen arbeiten anheizen (welch widerliches Theater), Christian hat denen gesagt, sie bekommen 40 Ägyptische Pfund (ca. 7,5 US $) wenn alles in 30 Minuten passiert. Dann ging das ganze über ca. 5 verschiedene Stellen, und in ca. 35 Minuten waren die dann tatsächlich fertig.

Ich habe derweil in der prallen Sonne die Nummernschilder gewechselt, auch ein schöner Job! Dann sind wir volle Kanne zur nächsten Polizeistelle gefahren, da haben wir dann diesen Schrieb von eben wieder abgegeben, die Nummernschilder zurückgegeben, das ging mit „Unterstützung“ auch in 5 Minuten.

Dann sind wir zur Fähre zurückgeflogen immer in der Hoffnung, dass unsere Kabine 1. Klasse noch frei ist, normalerweise ist alles sehr schnell weg und natürlich überbucht! Aber Mr. Salah, der grundgütige Ägypter, hat gewartet, lt. Ihm sind wir „2 luckyones“. Nach sehr viel Papierkrieg sind wir dann um ca. 14Uhr endlich auf die Fähre gekommen – natürlich einstweilen ohne Motorräder, die kommen ganz am Schluss. Und dann haben wir die Kabine gesehen, Ian ist schon rausgekommen und sagte: „very basic but ok“. Was ist very basic? Ja nichts eben, 2 Stockbetten, 1 Stuhl, 1 kleiner Tisch, alles auf 4 qm. Was ist ok? Es gibt tatsächlich eine Klimaanlage, die nimmt zwar ca. 25 Prozent der Kabinenfläche ein aber: suuuuper! Toiletten: Gemeinschaftssache, entsprechend sauber ist alles…. Die Anspannung fällt ab und wir sind elendig müde, Christian liegt schon im Bett unten, ich sitze noch auf dem Stuhl, ich habe Angst, dass wir die Motorradverladung verschlafen. Das dick verschraubte Fenster kann man dann doch irgendwie öffnen, Gott sei Dank, allmählich wird es ernsthaft kalt in dieser Kabine! Man glaubt es zwar kaum aber wird sind wirklich zufrieden. Es ist zwar ein unfassbarer Sprung vom Mövenpick ins Nichts aber alles eine Sache der Einstellung und der jeweiligen Vorerlebnisse! Wir schauen dann noch 1 Stunde beim Beladen zu, auch ein Erlebnis für sich, Wahnsinn. Und dann kommen gegen 17 Uhr die Motorräder: ich bin überzeugt, dass da noch eine Rampe aufgestellt wird, Irrtum, der Kahn ist unter der Landkante, die Motorräder müssen schräg aufgefahren werden, ein einziger Graus, Christian fährt meines rauf, ich würde so niemals fahren. Aber alles klappt, für die Motorräder ist es aber sicher nicht so gut! Um 18Uhr 15 geht`s dann ab. Abends beten die Männer dann auf dem Oberdeck noch, schon interessant! Dann gibt`s noch Abendessen, reine Geschmackssache im wahrsten Sinne des Wortes (d.h., es schmeckt uns nicht!) und endlich ist es Zeit für`s Stockbett.
Bitte auf die Bilder klicken...

 

 

 

 


 

 

die Fähre...

Aktualisierung: 2010/06/14 - 08:48 / Redakteur: Webmaster
zum Seitenanfang | eine Seite zurück | 'druckerfreundliche' Seite anzeigen